Hautpilz beim Pferd ist hoch ansteckend. Pferde mit Hautpilz müssen von Artgenossen getrennt aufgestallt werden!Viele Pferdebesitzer kennen die kleinen, kreisrunden, haarlosen Stellen am Pferdekörper und hoffen, dass das eigene Pferd davon nicht betroffen ist, wenn der Hautpilz im Pferdestall kursiert. Gerade in den Wintermonaten fühlt sich der Hautpilz besonders wohl und hat er erst einmal ein Pferd befallen, besteht hohe Ansteckungsgefahr im gesamten Pferdebestand.

Obwohl Pilze zu einer natürlichen Hautflora gehören, können sie bei einer zu starken Vermehrung zu einer Hautpilzerkrankung beim Pferd führen, die behandelt werden sollte. Der Pilz selbst lebt aber nicht nur auf dem Pferd, sondern auch in seiner Umgebung, wie z.B. im Stall oder auf dem Putzzeug. Gesunde Pferde haben meist mit den Pilzerregern kein Problem, häufig sind nur die Pferde betroffen, die auch insgesamt Probleme mit dem Immunsystem haben. Hautpilzerkrankungen zählen zu den häufigsten Hauterkrankungen bei Pferden. Insbesondere 2 Pilzarten sind in Deutschland besonders verbreitet:

  • Trichophyton – Arten (wie z.B. Trichophyton equinum)
  • Microsporum – Arten (wie z.B. Microsporum canis)

Bei den meisten Pferden breitet sich der Trichophyton equinum aus und ist somit der Hauptverursacher für Pilzerkrankungen bei Pferden. Diese Pilzart befällt nur in seltenen Fällen auch andere Säugetiere.

Der Herbst und Winter ist für den Hautpilz die ideale Saison sich zu vermehren. Insbesondere während des Fellwechsels breitet sich der Hautpilz schnell aus. Die reifen Hautpilze entwickeln Pilzsporen und diese können eine Infektion auslösen. In einer dem Hautpilz angenehmen Umgebung können die Pilzsporen Monate bis Jahre überleben. Gerade in einer trockenen und kalten Umgebung sind die Überlebenschancen sehr gut. Generell besteht die Möglichkeit, dass sich alle Pferde, egal ob krank oder gesund, mit Hautpilzsporen infizieren können, aber nicht alle Pferde erkranken sichtbar an einer Hautpilzinfektion. Es gibt auch Pferde, die den Erreger nur transportieren und an andere Pferde weitergeben.

Das Fell des Pferds lässt sich beim Hautpilz büschelweise auszupfen.Woran erkennt man einen Hautpilz am Pferd?

Viele Pilzerkrankungen bei Pferden sind im anfänglichen Krankheitsverlauf eher unauffällig. In den meisten Fällen bilden sich im Anfangsstadium kleine Quaddeln bzw. kleine Schwellungen. Als nächstes sträuben sich an dieser Stelle die Haare und es entstehen Schuppen oder eine Kruste. Die Haare lassen sich an den betroffenen Stellen büschelweise heraus ziehen und es bleiben kahle schuppige Hautstellen zurück. Im weiteren Verlauf können auch einzelne Stellen zu unregelmäßigen Flächen ineinander übergehen. Ein Juckreiz muss bei dem betroffenen Pferd nicht zwangsläufig eintreten. Besonders am Hals, am Kopf, der Schulterregion, sowie Sattel- und Gurtlage und in manchen Fällen auch auf der Kruppe und am Rumpf treten die Veränderungen an der Haut der Pferde auf.

Ansteckung für eine Hautpilzerkrankung beim Pferd

Eine Hautpilzerkrankung kann bereits alleine durch den Kontakt mit betroffenen Pferden auftreten. In jedem Fall sollten Pferde mit einer Hautpilzerkrankung von den anderen Pferden getrennt werden, um eine Ansteckung zu vermeiden. Für das erkrankte Pferd ist Sonnenlicht von großer Bedeutung, da die Pilzsporen das Sonnenlicht nicht gut vertragen. Daher entstehen Hautpilze nicht selten bei Pferden die regelmäßig eingedeckt werden oder wenig Koppelgang bzw. Auslauf haben. Besonders betroffen sind junge oder alte Pferde - also Pferde mit einem untrainierten bzw. geschwächten Immunsystem. Nicht zuletzt kann auch ein hoher Wurmbefall oder eine Impfung dem schon geschwächten Immunsystem den Rest geben und Mitauslöser einer Hautpilzerkrankung sein. Nicht zu unterschätzen sind aber auch Faktoren wie eine feucht – warme Umgebung, eine mangelhafte Stallhygiene oder kleine Hautwunden. Auch eine mangelhafte Ernährung und eine dadurch verursachte Unterversorgung mit Vitalstoffen begünstigen einen Hautpilzbefall.

Behandlungsmöglichkeiten und Vorbeugung von Hautpilzerkrankungen beim Pferd

Durch das gemeinsame Nutzen von Putzzeug, Decken und Lederzeug wird die Wahrscheinlichkeit erhöht, einen Hautpilz zu übertragen. Durch die gemeinschaftliche Nutzung werden die Sporen auf die gesunde Haut der anderen Pferde übertragen. Aufgrund der Ansteckungsgefahr dürfen Pferde mit einem Hautpilzbefall nicht an Turnieren oder anderen Pferdeveranstaltungen teilnehmen.

Um einen Hautpilz beim Pferd zu behandeln wird den meisten Pferdebesitzern als erstes eine Waschung mit einem Antimykotika (z.B. Imaverol) angeraten. Diese Präparate werden in Wasser aufgelöst und die betroffenen Pferde werden damit abgewaschen. Bei der ersten Waschung sollte nach Möglichkeit das ganze Pferd gewaschen werden, um keine Stellen zu übersehen. Für einen langfristigen Erfolg sollten die Waschungen mehrmals alle drei Tage wiederholt werden.

Eine weitere von Tierärzten empfohlene Maßnahme ist eine Impfung gegen Hautpilz. Der Impfstoff wirkt gegen die meisten Hautpilzarten der Trichophyten und Mikrosporum Stämme. Geimpft werden können Pferde ab dem 5. Lebensmonat. Zum einen kann der Impfstoff als Prophylaxe gespritzt werden oder, wenn ein Pferd bereits erkrankt ist, um die Symptome nach dem Ausbruch zu verringern und die Heilung zu beschleunigen. Gespritzt wird der Impfstoff intramuskulär und zur Grundimmunisierung sind zwei weitere Impfungen im Abstand von 14 Tagen notwendig. Eine Auffrischung sollte jeweils nach 9-12 Monaten erfolgen, um den Impfschutz aufrecht zu erhalten. Vor und nach der Impfung sollte das Pferd nicht übermäßig belastet werden und auch auf andere Impfungen und z.B. Wurmkuren sollte in dieser Zeit verzichtet werden. Die regelmäßige Impfung ist bei Pferdeleuten nicht ganz unumstritten.

Alternative Mittel gegen Hautpilz beim Pferd

Alternativ können die Waschungen auch mit Obstessig (Apfelessig – Bioqualität) durchgeführt werden. Die Mischung sollte aus 2/3 Wasser und 1/3 Obstessig bestehen. Das ganze Pferd sollte täglich 3 Wochen lang mit dieser Mischung gewaschen werden. Der Obstessig hilft der Haut den pH-Wert wieder zu verbessern und somit ein für den Hautpilz ungünstiges Niveau zu schaffen. Essig sollte niemals in reiner Form auf die Pferdehaut aufgetragen werden.

Eine weitere Alternative im Kampf gegen den Hautpilzbefall ist das Teebaumöl. Hier sollten 10 ml Teebaumöl in 1 l Wasser gegeben werden. Auch hier sollte das Pferd möglichst täglich für einen Zeitraum von 3 Wochen gewaschen werden. Der Obstessig und das Teebaumöl werden in fast allen Fällen von den Pferden gut vertragen.

Gerade im Winter stellt das regelmäßige Waschen der Pferde die Besitzer vor eine oft nicht lösbare Aufgabe, denn schnell kann es bei den Pferden zu einer Unterkühlung kommen.

Pilzimpfung Nebenwirkung

Wie bereits erwähnt sind oftmals Pferde mit einem schwachen Immunsystem von einer Hautpilzerkrankung betroffen. Daher ist es wichtig, nicht nur äußerlich auf den Hautpilz einzuwirken, sondern das Pferd auch innerlich zu unterstützen und seine Abwehrkräfte zu stärken. Sinnvoll scheint es, den Hautstoffwechsel anzuregen. Dieser kann mit verschiedenen Kräutern wie z.B. Brennnesselblättern, Schachtelhalmkraut  und Klettenwurzeln unterstützt werden. Zur Stärkung im Allgemeinen kann auch gerne Hagebutte oder ein Zinkpräparat (Billy´s Zink) dazu gefüttert werden.

Da ein äußerer Hautpilz häufig einen Hinweise auf eine Darmverpilzung gibt, ist die Anwendung eines Probiotika (YeaSacc Mikro oder MykoTox) sinnvoll. Dem Darm als Wiege der Gesundheit des Pferdes sollte daher großes Augenmerk geschenkt werden. Immerhin sitzen hier über 70 % der Immunzellen. Nicht zuletzt ist auf eine ausreichende Versorgung mit den Vitaminen A und B, Zink und Schwefel und essentiellen Fettsäuren (z.B. im Leinöl) zu achten.

Hautpilz beim Pferd – wie füttern?

  • Nehmen Sie Kontakt mit Ihrem Tierarzt oder erfahrenen Tierheilpraktiker auf und informieren Sie bei Verdachtsbestätigung eines Hautpilzes unbedingt die restlichen Pferdeeinsteller.
  • Vermeiden Sie leicht verdauliche Kohlenhydrate (Getreidestärken, Zucker wie Melasse und größere Mengen an Obst) sowie eiweißreiches Futter, z.B. Luzerne.
  • Vermeiden Sie Heulage.
  • Stärken Sie das Immunsystem des Pferdes mit einem hochwertigen Mineralfutter (Mineral Plus) und geben Sie kurweise GladiatorPLUS.
  • Den Darm unterstützen Sie sinnvollerweise mit YeaSacc Mikro oder MykoTox (insbesondere bei Heulagefütterung).
  • Beenden Sie nicht zu früh die Behandlung, da sonst eine Reinfektion sehr wahrscheinlich ist (Therapiedauer mindestens 6 bis 8 Wochen).

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Säubern von allen Gegenständen, die mit dem betroffenen Pferd in Kontakt gekommen sind. Im Allgemeinen sollte das Putzzeug, Halfter, Satteldecken etc. gewaschen und desinfiziert werden. Auch die eigene Kleidung sollte nach dem Kontakt mit dem Pferd gewechselt und in kurzen Abständen gewaschen werden. Nach Möglichkeit ist auch die Box des Pferdes zu reinigen und zu desinfizieren. Am effektivsten ist es, die Prozedur einmal wöchentlich durchzuführen und auch nach dem Abklingen der Symptome noch einmal alles zu reinigen, um einen Rückfall zu vermeiden. Hilfreich könnte der folgende Hygieneplan sein:

  • Kontakt zu infizierten Pferden meiden
  • Kein gemeinsames Putz- und Sattelzeug verwenden
  • Regelmäßiges Reinigen von Sattel- und Stalldecken
  • Stark befallene Stellen nicht Striegeln oder Bürsten
  • Desinfektion der Hände nach dem Putzen und Reiten
  • Waschen der Textilien (auch Reitbekleidung) möglichst bei 60 Grad und Desinfektion
  • Desinfizieren der Futtertröge/Tränken und der gesamten Box

(Anmerkung zu den Fotos: Die Haut bei einem verpilzten Pferd ist i.d.R. nicht so rot wie in unserem Beispiel. Hier wurde bereits mit einer Jodtinktur behandelt. Auch ist in diesem Fall der Verdacht einer Dermatophilose nicht gänzlich ausgeschlossen worden)