häufige Fragen & AntwortenTäglich erreichen uns Fragen wie: „Kann ich Futter X mit Y kombinieren?“ oder „Wie lange ist ein offenes Öl haltbar?“.

Bei der Fülle angebotener Ergänzungsfuttermittel und Ernährungskonzepte ist es kein Wunder, dass wir als Pferdebesitzer oft mit einem großen Fragezeichen vor den Produkten in unserem Stall stehen. Nicht zuletzt, weil wir nur das Beste für unsere Pferde wollen, sondern auch weil sich einige Mythen rund um Ergänzungsfutter ranken.

Folgend finden Sie die häufigsten Fragen und die dazugehörigen Antworten unserer Ernährungsberater.


 

Wenn Ergänzungsfuttermittel als Pulver verfüttert werden sollen, empfehlen wir als Basis das Lieblingsfutter Ihres Pferdes. Dieses können Sie mit etwas Wasser oder Öl anfeuchten – geben Sie das entsprechende Pulver erst unmittelbar vor dem Verfüttern hinzu.


 

Im Idealfall frisst Ihr Pferd das Ergänzungsfutter sogar pur und die Frage stellt sich erst gar nicht. Dennoch gibt es hin und wieder Zusätze, die dem Pferd schmackhaft gemacht werden müssen. Hier eignen sich, besonders wenn Pferde kein Kraft- oder Mischfutter bekommen, eingeweichte Heucobs als Träger. Oft reichen Mengen von 100 - 200 g Trockengewicht schon aus. Denken Sie bitte daran, das Ergänzungsfutter erst unmittelbar vor dem Verfüttern mit unterzurühren, da das eingeweichte Futter sonst ggf. den vom Pferd abgelehnten Geschmack oder Geruch zu stark übernimmt.


 

Hier heißt es auf jeden Fall: Dran bleiben und geduldig sein! Pferde erlernen den Geschmack und können sich durchaus daran gewöhnen. Beginnen Sie mit einer geringen Dosis und schleichen es langsam ein. Als Basis eignet sich neben Heucobs auch das Futter, welches bisher gerne gefressen wurde. Bei Pferden mit Stoffwechselproblemen sollten diese Mengen auf das Nötigste beschränkt werden, aber auch hier sind kleine Mengen unproblematisch. Wir haben sehr gute Erfahrungen mit einer Mischung aus 2/3 eingeweichten Heucobs und 1/3 Haferflocken gemacht. Gerade eine Handvoll Haferflocken kann, insbesondere bei Pferden die ausschließlich getreidefrei ernährt werden, Wunder bewirken. Haferflocken sind aufgeschlossen hochbekömmlich, gut verdaulich und regen (in Maßen gegeben) die enzymatische Verdauung im Dünndarm an. Darüber hinaus sind die sich bildenden Schleimstoffe wohltuend für Magen und Darm.

Unsere Top 10 aus der Trickkiste

  • Handvoll Haferflocken
  • in Apfeltee eingeweichte Heucobs
  • geriebener Apfel oder geriebene Karotte
  • 1 EL Apfelmark
  • Bund frische Kräuter (z. B. Petersilie, Minze)
  • Schuss Karotten- oder Apfelsaft
  • Handvoll Leinsamenschrot
  • 1 TL Honig
  • Schuss Malzbier
  • mit Früchtetee vermischen (insbesondere Anis und Fenchel sind bei Pferden sehr beliebt)

Mehr dazu: Mein Pferd frisst das Ergänzungsfutter nicht – was kann ich tun?


 

Bei geschnittenen Kräutern, Pellets oder BIGS ist dies wohl weniger praktikabel – bei Pulvern oder Liquids ist es aber ohne weiteres möglich. Das Pulver kann hier mit Wasser vermischt und auf eine Spritze aufgezogen werden. Sicher ist das keine Dauerlösung, da es für die wenigsten Pferde angenehm sein dürfte, aber in der Not ist das kein Problem.


 

Auch wenn es praktisch wäre, sein Futter komplett vorzubereiten, ist die Antwort auf diese Frage in der Regel „nein“. Insbesondere durch warmes Einweichen oder die warmen Temperaturen in den Sommermonaten kann sich bereits nach wenigen Stunden ein Nährboden für zahlreiche Keime bilden. Daher sollte generell darauf geachtet werden, dass eingeweichte Futtermittel nicht zu lange stehen.

Ein weiteres Problem stellen Kräuter dar (auch z. T. in Mineralfuttermitteln enthalten): Je länger diese einweichen, desto bitterer werden sie. Wir alle kennen es – wir vergessen den Teebeutel aus der Tasse zu nehmen und schon ist der Tee nur noch schwer genießbar. Die wohltuenden Bitter- aber auch Gerbstoffe werden dadurch prominent und auch für Pferde ist ein bitterer Geschmack oft unangenehm.

Zudem können enthaltene Lebendhefen durch das Einweichen Ihre Wirkung im Darm verfehlen, da sie schon im Futter aktiviert werden. Dies ist zwar kein Problem, aber natürlich nicht Sinn der Sache.


 

Da Ergänzungsfuttermittel in dieser Frage rechtlich wie Lebensmittel behandelt werden, sind wir dazu verpflichtet ein Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) anzugeben. Feuchte oder ölhaltige Ergänzungsfutter sollten nicht über das MHD hinaus verfüttert werden. Denken Sie daran, dass der Hersteller für die Qualität des Futters nur innerhalb des MHD´s garantiert. Verschlossen haben die meisten unserer Zusatzfutter bei entsprechender Lagerung (i.d.R. kühl, trocken und lichtgeschützt) ein MHD von 1 oder 2 Jahren. Dieses finden Sie auf der jeweiligen Verpackung zusammen mit der Chargennummer.

Einige Zusatzstoffe, wie z. B. Vitamin A und C, sind relativ empfindlich und gehen mit der Zeit oder durch Umwelteinflüsse verloren. Vitamin C sollte beispielsweise nicht erhitzt werden. Um den Verlust an Vitamin A im Ergänzungsfutter vorzubeugen und eine sichere Aufnahme zu gewährleisten, ist in unseren Mineralfuttern immer auch ß-Carotin enthalten, aus dem der Körper Vitamin A synthetisieren kann und somit eine zuverlässige Vitamin A-Versorgung sichergestellt ist.

Bei Ölen, besonders Leinöl aber auch bei Leinsamenschrot, ist die Haltbarkeit begrenzt. Verschlossen und korrekt gelagert hält sich Leinöl oder unser Omega Balance Öl auch ca. 1 Jahr. Geöffnet hingegen nur maximal 3 Monate. Aufgeschlossene Leinsamen werden ebenfalls mit der Zeit durch den Kontakt mit der Luft und Feuchtigkeit schnell ranzig und sollten zügig verfüttert werden.


 

Für alle Futterzusätze, wie auch für das Grundfutter, gilt: die Lagerung sollte trocken, kühl und eher dunkel erfolgen. Papiertüten und Futtersäcke sind am besten in einem verschließbaren Eimer zu lagern, damit Mäuse oder Ratten keine Chance haben das Futter zu verunreinigen. Futtereimer sollten stets gut verschlossen werden, sodass keine Feuchtigkeit eindringen kann.

Gerade in den heißen Monaten, kann die Lagerung von Ölen problematisch werden. Die Gefahr, dass sie umkippen bzw. ranzig werden ist hier besonders hoch. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, bewahrt Öle im Kühlschrank auf. Öle lassen sich auch einfrieren und können nach dem Auftauen bedenkenlos verfüttert werden. Daher bietet es sich an größere Gebinde zu wählen, das Öl in kleinere PET-Flaschen abzufüllen und einzufrieren.


 

Derzeit arbeiten wir an der einheitlichen Umstellung unserer Dosierempfehlung in Abhängigkeit vom Gewicht des Pferdes. Sie finden die Dosierungen auf der jeweiligen Produktseite unter dem Reiter „Mehr Informationen“, im Abschnitt „Dosierung“, oder auf dem Etikett. Zum Teil unterliegen der Bedarf und somit auch die Dosierung, jahreszeitlichen und individuellen Schwankungen. Im Fellwechsel, bei reiner Heufütterung oder bei Krankheit, kann der Bedarf an Nährstoffen steigen. Hier bietet es sich als erste Maßnahme an, die Dosierung des Mineralfutters zu erhöhen. Beispielsweise können anstatt 10 g Mineral Plus je 100 kg Körpergewicht, 15 g je 100 kg Körpergewicht gefüttert werden. Ein regelmäßiges Blutbild kann Ihnen Aufschluss darüber geben, ob der Bedarf an Spurenelementen und Vitaminen gedeckt ist.

Mehr zum Nährstoffbedarf eines Pferdes lesen Sie hier: Mineralfutter-, Energie- und Eiweißbedarf für Pferde


 

Prinzipiell geht es bei der Darreichungsform eher um die Akzeptanz und Praktikabilität. Alle unsere pelletierten Ergänzungsfutter werden schonend verarbeitet und wir gewährleisten die gleiche Menge an Zusatzstoffen wie in der entsprechenden Pulverform des Produktes. Grundsätzlich stimmt es, dass die Bioverfügbarkeit bei Pulvern oder Flüssigformen höher ist.

Bewertung:
92%

ab 65,60 €

13,12 €/kg

Hochwertiges Mineralfutter mit allen lebenswichtigen Vitalstoffen.

Unsere Ernährungsberater empfehlen
Aufgrund der vergrößerten Oberfläche bzw. kleinerer Partikelgröße, haben die Enzyme und Bakterien ein leichteres Spiel bei der Aufschlüsselung der Nahrungsbestandteile. Dies bedeutet, dass die Verstoffwechselung von pelletieren Futterzusätzen zwar unter Umständen langsamer erfolgt, aber nicht, dass die Aufnahme der Zusatzstoffe schlechter sein muss, insbesondere wenn die Gabe des Zusatzfutters gewissenhaft und regelmäßig erfolgt. Zusätzlich hängt die gewählte Darreichungsform z. B. auch von dem Zahnstatus des Pferdes ab. Pferden mit Zahnproblemen bzw. nur noch wenigen Zähnen, sollten eher keine BIGS bekommen – hier eignen sich unsere kleinen Pellets oder ein Pulver besser.


 

Der Mythos, dass MSM (Methylsulfonylmethan) die Nährstoffaufnahme hemmt, hält sich leider recht hartnäckig. Wir sagen ganz klar: Diese Annahme ist falsch – es ist also möglich, MSM mit anderen Zusätzen zu füttern.

Ausführlich beschrieben haben wir dies in unserem Fachartikel (in dem Abschnitt Wechselwirkungen – Antagonist): MSM für das Pferd - Anwendung, Wirkung und Dosierung


 

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Alle Stoffe die aufgenommen werden oder sich im Körper befinden interagieren in irgendeiner Form miteinander, ob gewollt oder nicht – es lässt sich leider nicht immer von außen beeinflussen. Auch hierzu gibt es immer wieder neue Erkenntnisse, weshalb wir uns kontinuierlich fortbilden und auf dieses Thema in unseren zahlreichen Fachartikeln eingehen. Es ist auf jeden Fall hilfreich zu wissen wie der Pferdeorganismus funktioniert und das viel nicht immer viel hilft. Ein Zuviel an Spurenelementen kann genauso schädlich sein (besonders für die Entgiftungsvorgänge im Körper) wie ein Mangel, der unter Umständen sogar durch die antagonistische Wirkung eines anderen Futtermittels hervorgerufen werden kann (z. B. Esparsette und Zink).

Darmsanierende Zusätze, wie eine länger andauernde Kur (> 4 Wochen) mit Flohsamenschalen, Paraffinöl, Gesteinsmehlen (z. B. Bentonit, Zeolith, Kieselgur) oder unserem MykoTox, sollten idealerweise getrennt von Mineralfuttermitteln oder anderen Nährstoffkomplexen gegeben werden. Optimal wäre ein Abstand von mindestens 2 Stunden. Die gemeinsame Verabreichung mit Medikamenten sollten mit dem Tierarzt abgesprochen werden.


 

Im Zweifel sollte eine Ergänzung bestimmter Kräuter oder Zusatzfutter während einer medikamentösen Behandlung in Rücksprache mit dem behandelnden Tierarzt erfolgen. Wir empfehlen eine heilkundliche Behandlung immer nach Abschluss einer konventionellen, medikamentösen Therapie zu beginnen. Dies gilt auch für die Behandlung von Atemwegserkrankungen und Magengeschwüren.

Folgende Futtermittel und Medikamente sollten nicht miteinander kombiniert werden:

Lebendhefen und Antibiotika

Lebendhefen regen das natürliche Bakterienwachstum im Darmtrakt an und Antibiosen töten Bakterien ab – bei einer Kombination können beide Ihre Wirkung verfehlen oder gar verlieren.

Ginkgo, Weidenrinde und Blutverdünner (Aspirin, Heparin)

Da insbesondere der Ginkgo eine stark blutverdünnende Wirkung hat, sollte von einer Kombination mit Medikamenten desselben Wirkspektrums unbedingt abgesehen werden, allein schon weil Blutungen hier schwerer ausfallen können (dies kann allerdings schon bei der Gabe eines konventionellen Blutverdünners der Fall sein). Hier sollte immer mit einem Tierarzt Rücksprache gehalten werden.

Teufelskralle und Schmerzmittel

Alternativen zu Schmerzmitteln sind gut, aber nicht gleichzeitig – denn beide können sich gegenseitig in Ihrer Wirkung beeinflussen. 


 

Die Dauer einer Fütterung hängt von der Art und „Wirkung“ des Zusatzes ab und ist individuell zu betrachten. Eine Dauergabe von gezielt wirkenden Kräutern (z. B. Nieren- oder Leberkuren sowie schmerzlindernde oder adstringierende Kräuter) oder hochdosierten Spurenelementkomplexen ist kritisch zu bewerten, auch wenn es für eine therapeutische Maßnahme als Kur durchaus sinnvoll ist. Hier sollten der Nutzen und die Ursachenforschung im Vordergrund stehen – denn wenn eine Dauergabe von oben genannten Ergänzungen erforderlich scheint, liegt meist etwas anderes im Argen. Insbesondere Kräuter mit einer schmerzlindernden Wirkung sollten nicht dauerhaft verabreicht werden. Gerade Teufelskralle, aber auch Ingwer, reizen auf längere Sicht die Magenschleimhaut – unsere Empfehlung ist deshalb eine Kur von maximal 12 Wochen und bei bestehenden Magenproblemen eine deutlich kürzere bzw. gar keine Gabe. Gerne helfen wir dabei einen individuellen Therapieplan zu erstellen.


 

Diese oder ähnliche Fragen erreichen uns fast täglich und stellen sowohl den Pferdebesitzer als auch uns vor ein echtes Problem. Ein Magenschutz sollte regelmäßig gegeben werden. Die puffernden Eigenschaften des Gastro Care Plus halten etwa 6 Stunden vor – das heißt je häufiger es gegeben wird desto besser der Schutz. Die gilt für jedes handelsübliche, als Magenschutz dienende Ergänzungsfutter, sollte dieses auch eine auf den pH-Wert einflussnehmende Eigenschaft besitzen. Als vorbeugende Maßnahme könnte eine einmalige Gabe etwas bringen. Ist aber das sprichwörtliche „Kind schon in den Brunnen gefallen“ und eine Magenschleimhautreizung/-entzündung oder gar ein Magengeschwür vorhanden, ist damit nicht zu spaßen und für einen ausreichenden Schutz der Magenwand ist eine gewissenhafte Gabe erforderlich.

Bewertung:
95%

ab 19,50 €

162,50 €/l

Ergänzungsfuttermittel zur Unterstützung von Pferden mit Magenproblemen.

Unsere Ernährungsberater empfehlen
Wenden Sie sich offen an Ihren Stallbetreiber und schildern Sie die Notwendigkeit der Behandlung. Wie bereits zuvor erwähnt, sollten Zusätze nicht über Nacht bzw. mehrere Stunden einweichen, sodass eine Vorbereitung von Mash hier nicht zielführend wäre. Sie können aber selbstverständlich das Futter trocken vorbereiten und Ihren Stallbetreiber bitten es anzufeuchten und dann zu füttern. Zudem bietet sich alternativ auch eine Verabreichung mit der Maulspritze oder dem Gastro Care Gel an.

Ganz klar ist aber, wenn ein schwerwiegendes Magenproblem vorliegt, müssen wir Pferdebesitzer in diesen sauren Apfel beißen und eine regelmäßige Verabreichung von Zusätzen oder Medikamenten ermöglichen.