Unsere Pferde haben wie wir Menschen und alle Säugetiere auch zwei Nieren. Anders als bei uns Menschen ist eine Niere beim Pferd eher herzförmig und nur die linke Niere hat die bekannte „Bohnenform“. Die Nieren beim Pferd übernehmen eine führende Rolle in der Entgiftungsfunktion des Pferdes.

Die Nieren übernehmen beim Pferd den Hauptteil der Entgiftung

Die Aufgaben der Nieren beim Pferd.

Über 6000 Liter Blut pro Tag werden von der Pferdeniere unter hohem Druck durch ein feines Netz kleinster Blutgefäße regelrecht durchgedrückt. Das dabei gewonnene Filtrat wird als Primärharn bezeichnet, welcher ein kompliziertes Röhrchensystem durchläuft, in dem der eigentliche Stoffaustausch stattfindet.

Hier werden Schadstoffe (schädliche Stoffwechselprodukte bzw. –abfälle, überschüssige Mengen an Elektrolyten aber auch Rückstände aus Medikamenten usw.) ausgeschieden. Die Pferdenieren sind aber nicht nur das ableitende Organ, sondern über die Abfallprodukte hinaus regulieren sie den Wasser- und Elektrolyt- bzw. Salzhaushalt der Pferde. Die Nieren führen darüber hinaus verwertbare Reste von Aminosäuren, Zucker und Elektrolyten dem Stoffwechsel der Pferde über die Rückgewinnung der Stoffe wieder zu. Sie  produzieren u.a. Hormone, die auf den Entstehungsprozess der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) Einfluss nehmen. Gerade die Rückgewinnung von Elektrolyten in dem feinen Röhrensystem (Tubuli) dient der Regulation des Wasserhaushalts.

Nieren des Pferdes im Hinblick auf die Gesundheit

Schnell wird deutlich, dass die beiden Nieren des Pferdes enormen Einfluss auf die Gesundheit des Pferdes nehmen können. Die Nieren sind grundsätzlich sehr robust und zeigen bei krankhaften oder chronischen Störungen oft erst sehr spät klinische Anzeichen. Werden diese aber dann sichtbar, ist es meist schon „5 vor 12“. Denn im Gegensatz zur Leber kann sich die Niere nicht durch die Bildung neuer Zellen regenerieren.  Dieser Umstand macht deutlich, dass den Nieren beim Pferd besonderes Augenmerk geschenkt werden sollte. Dauern nämlich die nierenbelastenden Zustände an, kommt es zu einer irreparablen Niereninsuffizienz. Zwar übernimmt gesundes Nierengewebe lange die Aufgabe von zerstörtem Nierengewebe, aber durch diese Überlastung nimmt über kurz oder lang auch das noch intakte Nierengewebe beim Pferd großen Schaden.

Symptome, die auf ein Nierenproblem beim Pferd hinweisen:

  • verringerte Harnabsatzmengen
  • langanhaltendes Pressen bzw. ungewöhnlich langes Urinieren mit dünnem Strahl
  • ungewöhnlich häufiges Urinieren
  • Pferd wirkt schlapp oder träge
  • trockene Haut (Faltentest) und keine Flüssigkeitsaufnahme trotz ausreichendem Trinkwasserangebot
  • verfärbter oder stark riechender Urin
  • Wasseransammlungen bzw. Ödeme
  • dicke, angelaufene Beine

Nierenerkrankungen beim Pferd: Flüssigkeitsmangel, Durchfall

Die Ursache für Nierenerkrankungen bei Pferden ist oft nicht die Niere selbst, sondern andere gesundheitliche Probleme führen zu einer sogenannten Sekundär - Erkrankung der Nieren. Durchfälle oder allgemeiner Flüssigkeitsmangel, der auch durch mangelnde Elektrolytversorgung  (Verluste durch Anstrengung bzw. Schweiß) hervorgerufen werden kann, schwere Koliken aber auch eine Herzinsuffizienz führen zu einer Mangelversorgung (Sauerstoff). Der nötige Blutdruck in den Nieren fällt, so dass der Filtrationseffekt nicht mehr aufrechterhalten werden kann oder giftige Stoffwechselendprodukte (z.B. Myoglobin) verstopfen die Nieren des Pferdes. Somit werden die zu entgiftenden Stoffe nicht ausgeschieden, sondern dem Kreislauf wieder zugeführt. Die Leber wird dadurch zusätzlich belastet. Ein Grund, warum ich häufig bei erhöhten Leberwerten vor einer Leber“entgiftung“ eine Entschlackung der Nieren vornehmen lasse. Anzeichen, wie rot gefärbter Urin oder kreuzverschlagsähnliche Symptome oder massive Probleme beim Harnlassen müssen dringend vom Tierarzt therapiert werden.

Nierenerkrankungen beim Pferd: Medikamente und andere toxische Substanzen

Schimmelpilzgifte (Mykotoxine)  im Weidegras, Heu oder Pferdefutter aber auch sogenannte nierentoxische Medikamente (nichtsteroidale Entzündungshemmer) und Antibiotika können zu Nierenerkrankungen beim Pferd führen.

Nierenerkrankungen beim Pferd: Fütterungsfehler

Zu proteinhaltiges Futter (Kraftfutter, junges Gras, Heulage vom 2. oder 3. Schnitt usw.) bedeutet eine hohe Abbauaktivität = Belastung der Pferdenieren. In der Umkehrfunktion aber bedeutet dies auch: eine zu proteinarme Fütterung = eine zu niedrige Abbauaktivität der Niere.  Protein- Energie – Quotient PEQ = 5 – 7 wäre optimal.

Calcium lagert sich bei langanhaltender Überversorgung in den Nieren ab und führt zu Nierenerkrankungen, da das überschüssige Calcium den Pferdekörper entgegen vieler Meinungen nicht über den Pferdedarm verlässt. Viele Mineralfutter sind extrem calciumlastig. Achten Sie daher bei Pferden mit wenig bis gar keiner Kraftfutterfütterung auf ein Mineralfutter mit einem Calciumgehalt von unter 5 % pro kg FTS.

Nierenkräuter für das Pferd

Aussage eines Blutbildes oder einer Harnuntersuchung über Zustand der Nieren beim Pferd

Im Blut geben die Werte des Harnstoffes, Elektrolyte und Kreatinin Auskunft über die Nierenfunktion beim Pferd. Anhand des Wertes des Kreatinins kann die Filtrationsleistung der Niere überprüft werden.Ein wichtiger Parameter in der Diagnose von Nierenerkrankungen beim Pferd ist die Harn-  oder Blutanalyse.

Im Urin des Pferdes gibt der pH-Wert, das spezifische Gewicht, der Glucosewert, Leukozyten und Sedimente (feste Bestandteile) eine Auskunft über die Aktivität der Nieren bzw. die Nierenfunktion beim Pferd.

Unterstützung der Nierenfunktion beim Pferd mit Kräutern

Wie bereits erwähnt, sollten ernsthafte Nierenprobleme grundsätzlich durch einen Tierarzt behandelt werden. Die Nierenfunktion können Sie aber bei leichten Symptomen oder zur Unterstützung des allgemeinen Entgiftungsstoffwechsels des Pferdes mit den harntreibenden Wirkstoffen heimischer Kräuter unterstützen. Hervorzuheben sind hier die Kräuter:

  • Mit Kräutern und Vitalstoffen wie in Billy´s Nierenkräuter unterstützen Sie die Nierenfunktion am Besten.Birkenblätter
  • Klebkraut
  • Heidekraut
  • Lindenblüten
  • Petersilie
  • Löwenzahn
  • usw.

Bewährt hat sich aber auch, die Elektrolytversorgung sowie Magnesium und Zink während der Therapie nicht außer Acht zu lassen. Aus diesem Grund ist hier ein Kombipräparat gegenüber einer reinen Kräutermischung beim Pferd häufig sinnvoll und sehr effizient. Wir empfehlen daher immer eine kurweise Anwendung von max. 3 bis 4 Wochen, die nach einer 4-wöchigen Pause wiederholt werden sollte. Die erste Entgiftungskur nehmen wir meist mit Billy´s Nierenkräuter (Kräuter, Mineralstoffe und Spurenelemente) und die zweite Kur mit Rhenalind von PerNaturam (reine Kräutermischung) vor. Achten Sie dabei auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr und sprechen Sie den Zeitpunkt der Kur ggf. mit einem Therapeuten oder Tierarzt ab. Nicht grundsätzlich steht eine Nierenentgiftung an erster Stelle einer ganzheitlichen Therapie (z.B. bei Pferden mit KPU, Borreliose oder EMS).

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