Auf etlichen Weiden bzw. in Weidesamenmischungen findet man die für die Landwirtschaft ertragreichsten Weidegräser wie:


Wiesenschwingel (Festuca pratensis (Hudson) = Lolium pratense)

Rohrschwingel (Festuca arundinacea (Schreber) = Lolium arundinaceum)

Deutsches Weidelgras (Lolium perenne (Linne))

Welshes Weidelgras (Lolium multiflorum (Lamarck))


Pferdeweide, giftige Gräser, MykotoxineDiese Weidegrasarten leben oft in Symbiose mit Pilzen -  sogenannten Endophyten-, die innerhalb des Pflanzenkörpers zwischen den Graszellen leben.  Diese sogenannten Pilzsymbionten produzieren bei Bedarf Gifte (Ergotalkaloide) um sich selbst resistenter gegen natürliche Umwelteinflüsse und Parasitenbefall zu machen. Erst durch das Auftreten unterschiedlicher Weidetiervergiftungen erkannte man, dass diese Endophyten bei Pferden systematisch schwerste Stoffwechselstörungen  und somit Erkrankungen hervorrufen können. 

In unterschiedlichen Studien insbesondere aus Amerika und Kanada wurden bei Weidetieren etliche Symptome beobachtet, die auf eine Vergiftung durch Weidegras oder Pilzgifte im Pferdefutter zurückzuführen ist:

  • Abmagern, rauhes Fell, Entkräftung, Haarverlust, Nervosität,  Durchfall
  • periphere Gefäßverengung: Verlust der Thermoregulation mit exzessivem Schwitzen (Pferd) bzw. Fieber (Rind, Schaf) oder Erfrierungen an Extremitäten
  • Headshaking
  • Kolik (gelähmter Verdauungstrakt)
  • Einbrechen in der Hinterhand
  • Lahmheit, Kronsaumentzündung und geschwollene Beine
  • Hufrehe, Ausschuhen
  • Unfähigkeit im Frühjahr das Winterfell zu wechseln
  • katastrophale Wirkung auf tragende Stuten und Fohlen zum Geburtstermin (auch Geburtsrehe)
  • Unfruchtbarkeit der Stuten
  • bis zu 57 % verminderte Gewichtszunahme bei Jährlingen
  • Beeinflussung des Mineralstatus und des Hormonspiegels
  • Immunschwäche
  • Sommerekzem, Hautausschläge,
  • Leistungsabfall und Muskelabbau


In einer Studie (Rohrbach ET AL 1995) konnte bereits 1995 statistisch ein Zusammenhang zwischen der Grassorte „Rohrschwingel“ und dem Ausbruch von Hufrehe hergestellt werden. Endophyten werden in anderen Untersuchungen als Auslöser für den plötzlichen oder mysteriösen Weidetod der sogenannten atypischen Myoglobinurie gebracht, die insbesondere in den Herbstmonaten jedes Jahr einigen Pferden das Leben kostete.

 

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