Herkunft und Geschichte

Das Zinnkraut wird zu Heilzwecken verwendet.Das Zinnkraut oder auch Ackerschachtelhalm genannt gibt es bereits seit ca. 400 Millionen Jahren. In der Urzeit bestand es aus bis zu 30 Meter hohen Trieben mit einem Stammdurchmesse von 1m. Heute erreicht das Zinnkraut oberirdisch zwischen 10-50 cm Wuchshöhe mit tief in den Boden wachsenden Wurzeln (bis zu 160 cm). Das Zinnkraut liebt feuchte Böden in der Nähe von Gewässern. Auf Äckern, Feldern und Wegrändern trifft man diese Schachtelhalme aber auch an.

Erstmalig 70 n. Chr. erwähnt, wurde das Zinnkraut von Ärzten (z.B. Dioskurides) genutzt. Der unfruchtbare Sommerwedel des Ackerschachtelhalmes wurde wegen seiner blutstillenden und harntreibenden Wirkung eingesetzt. Ebenso wurde er im Mittelalter zum Polieren von Zinngeschirr und Holz verwendet – daher wohl der weitere Name „Zinnkraut“, „Scheuerkraut“ oder „Kannenkraut“. Wiederentdeckt wurde das Zinnkraut unter anderem vom Pfarrer Sebastian Kneipp, der als Begründer der Wassertherapie bekannt wurde. Er nutzte das Heilkraut zur Behandlung von Rheuma und Gicht. Auch heute noch wird der Ackerschachtelhalm zur Blutreinigung und Blutstillung eingesetzt.

Inhaltsstoffe

Vom Zinnkraut werden zu Heilzwecken nur die grünen frischen Halme genutzt. In diesen unfruchtbaren Sommertrieben sind etwa 10% Kieselsäure enthalten.

Weitere Bestandteile sind:

  • Flavonoide
  • Pflanzensäuren
  • Glykoside
  • Kalium
  • Carbonsäuren
  • Aluminiumchlorid
  • Mangan
  • Quercetin
  • Kampferöl

Anwendungsgebiete und Wirkung

Besonders hervorzuheben ist der hohe Gehalt an Kieselsäure (Silizium), die zur Stabilisierung des Knochen-, Haut- und Bindegewebes dient. Es gibt keine Pflanze mit einem höheren Anteil. Silizium ist einer der Hauptbestandteile von knochenbildenden Zellen (Osteoblasten), unterstützt den Erhalt von Kalzium im Knochen und die körpereigene Produktion von Kollagen und Elastin. Zudem wird Silizium vom Körper für die Herstellung von Abwehrzellen (Lymphozyten) und Fresszellen (Phagozyten) benötigt. Die Kieselsäure belebt den Stoffwechsel und fördert die Durchblutung. Außerdem kann diese Säure bis zu einem 300-fachen seines Eigengewichtes an Wasser aufnehmen und binden. Dies führt zu einer hohen Flexibilität der Blutgefäße.

Das Ackerschachtelhalmkraut wirkt:

  • entzündungshemmend
  • schleimlösend
  • adstringierend
  • blutstillend
  • harntreibend
  • antioxidativ

Besonders gut geeignet ist es bei entzündlichen oder bakteriellen Erkrankungen der Harnwege und im Allgemeinen zur Entschlackung und Entsäuerung.

Weitere Anwendungsgebiete sind:

  • Blutungen, Hauterkrankungen, rheumatischen Beschwerden oder chronischer Bronchitis
  • Hauterkrankungen
  • Knochenaufbau
  • Juckreiz
  • Arthrose und im allgemeinen bei Gelenkschmerzen

Quellen: https://www.kraeuterwiese.de/blog/detail/sCategory/59/blogArticle/37; https://www.meine-gesundheit.de/medizin/heilpflanzen/ackerschachtelhalm; https://www.apotheken-umschau.de/heilpflanzen/acker-schachtelhalm; https://www.kraeuterwiese.de/215/zinnkraut-ackerschachtelhalm-kraeuter-pferdefutter; https://www.zinnkraut.de/; https://www.deganius.de/kraeuter-fuer-pferde-einzelkraeuter/zinnkraut-d_9ee.html; http://www.files.bermibs.de/fileadmin/pdf/www.naturepower.ch/datenblaetter/pflanzliche_produkte/ackerschachtelhalm-zinnkraut.pdf; https://www.paracelsus-weiz.eu/upload/1894285_Ackerschachtelhalm-Kraut.pdf