Weißdorn in der Pferdefütterung - nicht nur ein einfacher StrauchDie Mythologie erwähnt das Rosengewächs schon in den Sagen der altnordischen Götter. In Teilen Irlands glaubt man noch heute, er beheimate Feen und Elfen.

Der aus dem Griechischen stammende Name Crataegus bedeutet so viel wie „stark und fest“, was sich wohl auf das harte Holz des Baumes bezieht. Hierzulande finden wir den Crataegus monogyna oder laevigata – im Volksmund ein- und zweigriffeliger Weißdorn genannt, wobei das in den Anwendungsgebieten keine Rolle spielt. Der deutsche Name „Weißdorn“ erklärt sich durch seine Optik von selbst.

Obwohl wir ihn eher als Strauch wahrnehmen, können einzelne Exemplare gut 10 Meter hoch wachsen und einen richtigen Stamm bilden. Deshalb wird er eher als Baum bezeichnet. Im Frühling blüht das dornenbesetzte Kernobstgewächs schneeweiß und lässt im Spätsommer/Herbst kleine rote Früchte reifen, die an Hagebutten erinnern.

Verwendet werden können sowohl die Blätter, als auch die Blüten und Beeren. Wegen ihres höheren Wirkstoffgehalts sind vorrangig die Blätter und Blüten für die Heilkunde interessant – die Beeren enthalten überwiegend Zucker, Pektine und Vitamin C.


Was ist drin im Weißdorn?

  • Oligomere Procyanide (OPC) – wirkt stark antioxidativ und entzündungshemmend
  • Flavonoide
  • Gerbstoffe
  • Triterpene
  • Kaffesäure

Hierzu sollte erwähnt werden, dass diese sekundären Pflanzenstoffe wiederum unzählige Unterarten haben, welche spezifische Wirkungsweisen besitzen.

Diese Pflanzenstoffe sind verantwortlich für die positiven Effekte des unscheinbaren Baums, welche wiederum gerade bei Pferden mit Herz- oder Kreislaufbeschwerden oder altersbedingten Herzschwächen besonders nützlich sind.

Selten ist eine Heilpflanze so akzeptiert in der Medizin wie der Weißdorn. Zahlreiche Studien belegen folgende Wirkungen:


Die Wirkung von Weißdorn

  • die Schlagkraft des Herzens wird gefördert (wortwörtlich)
  • der Blutfluss im Herzmuskel und den umliegenden Gefäßen wird gesteigert
  • die Durchblutung der inneren Organe wird gefördert
  • wirkt blutdruckausgleichend
  • wirkt ähnlich wie Antiarrhythmika (Medikamente zur Behandlung bei Herz-Rhythmus-Störungen)

All das fördert nicht nur eine gesunde Herzfunktion beim Menschen, sondern unterstützt das Herz und einen stabilen Blutkreislauf auch beim Pferd.

Den Blättern und Blüten werden aber noch weitere Eigenschaften zugeschrieben: Sie wirken beruhigend, entzündungshemmend, kreislaufstärkend, adstringierend, harntreibend und fiebersenkend.

Die Anwendungsgebiete beim Pferd sind dadurch vielfältig.


Die Anwendungsgebiete von Weißdorn beim Pferd

Der Weißdorn ist u.a. anwendbar bei:

  • Herz-Kreislauf-Problemen
  • Herzerkrankungen
  • Senioren
  • Hufrehe
  • Infektionen
  • Phlegmone
  • Ödemen
  • Hufrolle

In der Phytotherapie wird der Weißdorn selten einzeln angewendet, da eine Kombination mit Heilkräutern desselben Wirkstoffkomplexes oft eine sich gegenseitig verstärkende Wirkung hat. Kombiniert wird er meist mit Ginkgo, Herzgespann und/oder Knoblauch.

In unserem Sortiment finden Sie den Weißdorn unter anderem in N-Sulin, Laminitex, MusCell, EQUIPUR-senior, EQUIPUR-corfit, EQUELLA Herz/Kreislaufsaft und in HerbaCor von PerNaturam.


Verfasserin: Valeria Wenk, Ernährungstherapeutin f. Pferde Quellen: https://www.artgerecht-tier.de/lexikon/heilpflanzen/d-weissdorn-1484468069; https://www.tier-therapie-zentrum.de/weissdorn-eine-herzensangelegenheit/; https://www.uniklinik-freiburg.de/fileadmin/mediapool/08_institute/rechtsmedizin/pdf/Weissdorn.pdf; https://www.kostbarenatur.net/anwendung-und-inhaltsstoffe/zweigriffeliger-weissdorn/; https://www.baumpflegeportal.de/aktuell/arzneipflanze-des-jahres-2019-weissdorn/