Rote Bete Knolle

Viele Pferdebesitzer füttern die Rote Knolle ihren Pferden in den Wintermonaten. Ihr werden vitalisierende, gesundheitsfördernde und -erhaltenende Wirkungen nachsagt. Was ist in der angeblichen Wunderknolle aber tatsächlich enthalten und wie wirkt sie sich auf den Organismus und den Stoffwechsel des Pferdes aus?

Bereits 2500 v. Christus gab es erste Erfahrungen mit der Roten Bete und deren Heilwirkungen. Zu dieser Zeit wurden die Wirkungen auch erstmals schriftlich festgehalten. In der Zeit der griechischen und römischen Antike war die Rote Bete ein beliebtes Heilmittel gegen Hautentzündungen und Infektionskrankheiten. Durch die Römer lernten auch die Germanen die Rote Bete kennen und nutzten Sie fortan als blutbildendes Nahrungsmittel. Auch im Mittelalter eilte der Roten Bete der Ruf voraus, ein wirksames Mittel gegen Blutkrankheiten zu sein. Wobei in beiden Fällen hier die Assoziation der auffälligen roten Farbe mit Blut wahrscheinlich größer war als das Heilwissen selbst.

Wie heute wissenschaftlich nachgewiesen werden konnte, ist nicht die rote Färbung durch das Glykosid Betain für ihren blutbildenden und blutverbessernden Charakter verantwortlich, sondern die Mischung aus einem hohen Eisen-, Kupfer-, Vitamin B6- und Folsäuregehalt.

Die Rote Bete enthält viele wichtige Vitalstoffe die sich positiv auf die Gesundheit unserer Pferde auswirken können:

Sie ist reich an Mineralstoffen:

  • Kalium (Nerven, Muskulatur)
  • Calcium (Knochen, Zähne)
  • Magnesium (Muskulatur, Nerven)

Sie enthält viele wichtige Spurenelemente:

  • Eisen (blutbildend)
  • Kupfer (Gelenke und Konzentration)
  • Mangan (Knochen, Knorpel- und Bindegewebe, Entgiftung der Leberfunktion)
  • Selen und Zink (Muskeln, Haut, Haare, Immunsystem)

Sie enthält reichlich Vitamine:

  • B12 und Folsäure (Haut, Haare, Zellaufbau und Zellgeneration, Arterien, Herz und Kreislauf)
  • Provitamin A wird im Körper des Pferdes umgewandelt (Bildung und Funktionserhaltung der Haut und den Schleimhäuten, Skelet- und Zahnentwicklung, Erhalt eines gesunden Knochenaufbaus)

Sie enthält wichtige sekundäre Pflanzenstoffe:

  • Anthozyane (Betaine) – lässt Viren und Bakterien inaktiv werden und fördert den Abtransport von Krankheitserregern; stärkt die eigene Körperabwehr und die Leber
  • Flavonoide und Saponine – gelten als krebsvorbeugend und immunstimulierend sowie als verdauungsfördernd
  • Der Farbstoff Betatin gilt als Polyohenol ebenfalls als Krebsschutz und immunsystemstärkend, außerdem als antioxidativ, blutdrucksenkend und antithrombotisch sowie appetitanregend

Speziell die Folsäure ist für die Bildung und Regeneration der Zellen wichtig. Der Haut hilft die Folsäure eine Schutzbarriere aufzubauen und sie unterstützt die körpereigenen Abwehrkräfte, was besonders für Pferde mit einem allergischen Problem interessant sein dürfte.

Das Betain hingegen hat eine antioxidative Wirkung und verhindert somit die Zerstörung des Sauerstoffs und hilft dem Körper somit alle Stoffwechselabfallprodukte und Toxine möglichst schnell abzubauen und auszuscheiden. Durch seine hilfreiche Funktion wirkt es sich auch positiv auf die Leberzellen aus und hilft der Verdauung und dem Stoffwechsel einwandfrei zu funktionieren.

Zusammenfassend wirkt die Rote Bete:

blutbildend
immunsteigernd
antioxidativ
entsäuernd
krampflösend
sekretionsfördernd

Nährwerttabelle Rote Bete roh (100g):

Energie

41 kcal / 175 kJ

Fett

0,1 g

Kohlenhydrate

8,4 g

Eiweiß

1,5 g

Ballaststoffe

2,5 g

 

 

Mineralstoffe

 

Natrium (Na)

60 mg

Kalium (K)

410 mg

Calcium (Ca)

15 mg

Magnesium (Mg)

25 mg

Phosphat (P)

45 mg

 

 

Spurenelemente

 

Eisen (Fe)

0,9 mg

Zink (Zn)

0,4 mg

Mangan (Mn)

0,5 mg

Selen (Se)

1 µg

Kupfer (Cu)

0,1 mg

Jod (I)

0,1 mg

 

 

Vitamine

 

Beta-Carotin (Provitamin A)

10 µg

Vitamin E

0,2 mg

Vitamin B1

0,02 mg

Vitamin B2

0,04 mg

Vitamin B3

0,3 mg

Vitamin B5

0,1 mg

Vitamin B6

0,05 mg

Folsäure (B9)

80 µg

Vitamin C

10 mg

Vitamin K

13,1 µg

Biotin

0,1 µg

 

Zu beachten ist, dass die Rote Bete niemals im gefrorenen Zustand verfüttert werden sollte, da es zu einer Kolik kommen kann!

Auch das Kochen der Roten Beete sollte vermieden werden, da hierbei viele wichtige Vitalstoffe verloren gehen.

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Es ist nicht alles Gold, was glänzt – Nachteile der Roten Bete

Die rote Knolle enthält neben Fructose (Fruchtzucker) und Glucose (Traubenzucker) auch das leichtverdauliche Zuckerkohlenhydrat (Disaccharid) Saccharose. 8,5 Gramm je 100 Gramm davon werden also insulinabhängig verstoffwechselt. An Pferden mit entsprechender Insulinproblematik sollte daher nur recht wenig davon verfüttert werden.

Ebenso täuschen die hohen Nährstoffgehalte in den Tabellen ein wenig, da Rote Bete einen relativ hohen Anteil an Phytinsäure und Nitrat hat. Beides sind starke Nährstoffantagonisten (Eisen hingegen wird besser aufgenommen). Daher bleibt noch offen, welche nativen Nährstoffe letztendlich im Pferd ankommen, insbesondere wenn rote Bete mit Mineralfutter kombiniert wird. Auch muss erwähnt werden, dass derartige Nährwerttabellen immer schön zu lesen sind, aber im Vergleich mit einer artenreichen Pferdeweide nicht wirklich punkten können. Selbst Mohrrüben können z.B. beim Eisen der Roten Bete die Stirn bieten. Um den Tagesbedarf an Zink zu decken bräuchte es schon theoretisch 10 kg der roten Knolle – wobei davon auszugehen ist, dass der hohe Phytingehalt die Zinkaufnahme unterdrückt und die Nitrate die Pferde stark belasten können. 

Daher hat – wie bei allen Futtern – alles auch eine Kehrseite. Jeder Besitzer sollte es daher abwägen. Kleinere Mengen oder kurweise Fütterungen sind sicher eine gute Abwechselung und der Stoffwechsel kommt damit auch gut zurecht. Werden Rote Beten getrocknet verabreicht, ist das für die Phytinsäure verantwortliche Enzym weitestgehend deaktiviert worden (gut für die Wechselwirkungen), andererseits ist der Zucker noch immer vorhanden und viele Vitamine gehen durch die Trocknung teilweise verloren. 100 Gramm getrocknete Rote Bete entsprechen ca. 250 Gramm frischer Ware.

Quellen: https://pferdetrends.com/index.php/magazin/1161-pferdetrendsmagazinblog/1766-gesundheitsfoerdernde-kraeuter-fuer-pferde-rote-beete, https://tiergewuerze.de/Rote-Beete, https://www.alternative-gesundheit.de/rote-beete-und-ihre-heilwirkung.html, https://magazin.ehorses.de/rote-beete-pferde/, https://www.heilkraeuter-infos.de/heilkraeuter-heilpflanzen/wurzeln-mit-heilkraeften/rote-bete/, https://www.fid-gesundheitswissen.de/pflanzenheilkunde/rote-bete/, http://www.pferdefutter-beratung.de/pferdefutter/saftfutter, Thomas Kranz "Diätetik Pferd" 2019,