PPIs wirken sich auf den gesamten Magen-Darm Trakt aus.Jeder kennt Sie und bestimmt hat jedes zweite Pferd Sie schon einmal verordnet bekommen:

Die Rede ist von Protonenpumpenhibitoren bzw. Protonenpumpenhemmern (kurz PPI), besser bekannt als GastroGard oder Omeprazol. Wie es der Name schon sagt, blockieren sie die Protonenpumpe im Magen indem Sie ein Enzym hemmen, welches zur Herstellung des Magensafts benötigt wird.

Sie finden Ihren Einsatz nicht nur Pferden oder anderen Tieren, sondern auch im Humanbereich. Weltweit gehören sie zu den am häufigsten verabreichten Medikamenten. Ein Grund sich mehr mit der Wirkweise und vor allem den Nebenwirkungen zu beschäftigen.

Obwohl sie als sicher eingestuft werden sind die häufigsten Nebenwirkungen Schädigungen oder Störungen des Magen-Darm-Traktes, die dann wiederum mit denselben therapiert werden.


Gut zu wissen!

Im Magen entsteht nicht nur Salzsäure, sondern auch basisches Natriumhydrogencarbonat. Dies ist wichtig für die basophilen (Basen-liebenden) Organe wie Leber, Niere, Bauchspeicheldrüse und Dünndarm. Des Weiteren die Natriumhydrogencarbonat als Pufferung für einen konstanten Blut-PH-Wert. Wird die Bildung von Magensäure gestoppt, kann auch kein Natriumhydrogencarbonat gebildet werden und die basophilen Organe werden geschwächt.

Protonenpumpen kommen übrigens nicht nur im Magen, sondern z.B. auch in Niere und Dickdarm vor. Eine eindeutige Antwort darauf ob sich die Wirkung der Magensäureblocker auf die Protonenpumpe im Magen beschränkt scheint es nicht zu geben. Eine mögliche Erklärung für die organübergreifenden Nebenwirkungen?


Wo finden PPI´s Anwendung?

  • Bei Magenschleimhautreizungen, -entzündungen, Speiseröhrenentzündungen Magengeschwüren
  • und Gastrinomen (Gastrin produzierende Tumore)

Gastrinome können eine Hypergastrinämie verursachen also einen Überschuss an Gastrin. Gastrin ist ein Hormon, welches u.a. die Produktion von Salzsäure fördert.

Hierzu sollte erwähnt werden, dass durch die Blockade von Salzsäure das Gastrin im Blut ansteigt und bei längerer Gabe eine Hypergastrinämie verursacht!

Aus eben diesem Grund wird von einer Langzeittherapie abgeraten. Wobei – Wann ist es eine „lange Zeit“? Die übliche Verabreichungsdauer erstreckt sich über einen Zeitraum von 4-12 Wochen. Für uns durchaus kein kurzer Zeitraum zumal in Tierversuchen der Zeitraum von 12 Wochen zu Tumoren an der Magenschleimhaut führte. Klingt nach einem Teufelskreis? Finden wir auch!

Auch wenn GastroGard selbst keine Nebenwirkungen angibt, sagen unabhängige Quellen etwas anderes.

Die dauerhafte, unnatürliche Erhöhung des PH- Wertes im Magen begünstigen nicht nur ein Eindringen von Bakterien in den Organismus, sondern verringern auch die Aufnahme wichtiger Nährstoffe. Bekannte Folgen davon sind:

  • Infektionen der Harnwege
  • Proteinurie (erhöhte Eiweißausscheidung im Urin)
  • Zellschädigung der Niere, chronische Nierenerkrankungen
  • Darm- und Lungenerkrankungen (COB?)
  • Nachweisliche Hemmung der Vitamin B 12 –Synthese (Protein welches die Aufnahme fördert wird nicht gebildet)
  • Mineralstoffmangel (insbesondere Calcium, Vitamin D, Zink…)
  • Frakturneigung
  • Allergieneigung (unverdaute Eiweißpartikel gelangen in den Organismus und lösen Immunreaktionen aus – Sommerekzem, Pollenallergie?)

Weitere Nebenwirkungen sind Koliken, Durchfall, Abmagerung uvm.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der sogenannte Rebound-Effekt: Durch den Säureblocker wird sämtlicher Magensaft unterdrückt, ebenso wie die körpereigenen Mechanismen die Ihn vor ihr schützen. Wird der PPI nun abgesetzt kommt es zu einer übermäßigen Produktion von Magensaft, da ja keiner mehr vorhanden war. Nun kann der Kreis sich wieder schließen.


Welche Alternativen gibt es?Was ist die Alternative?

Die Bezeichnung Magenschutz für PPI´s ist, wie sich zeigt, alles andere als treffend. In Anbetracht der Folgen einer langanhaltenden Therapie, können wir nur zu einem gewissenhaften und wohlüberlegten Umgang mit diesen raten.

Zuallererst sollten wir es gar nicht so weit kommen lassen, auf Omeprazol, GastroGard etc. angewiesen zu sein. Begünstigende Faktoren wie zu lange Fresspausen, hohe Kraftfuttermengen, Stress und prophylaktische >Gaben GastroGard sollten vermieden werden.

Eine weitere Möglichkeit ist der Einsatz von Antazida, den Magensäurepuffern. Diese neutralisieren mithilfe basischer Salze (z.B. Calciumcarbonat) die Magensäure und können in Kombination mit schleimbildenden Stoffen (z.B. Pektine) den Magen vor der Säure nachhaltig schützen. Der größte Vorteil ist, dass die Funktionsweise der Verdauung nicht eingeschränkt wird und weiter der wichtige Magensaft produziert werden kann.


Quellen: https://www.zentrum-der-gesundheit.de/saeureblocker-ia.html; https://www.artgerecht-tier.de/hunde/d-omeprazol-1473117064; https://www.vetmedica.de/produktdetail.aspx?produktId=4998&katId=4341; https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/56894; https://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6865; https://jamanetwork.com/journals/jamainternalmedicine/fullarticle/2481157