Im ersten Teil dieser Reihe über Giftpflanzen haben wir uns mit den verschiedenen Pflanzengiften und deren Wirkung befasst. Zudem werden die Voraussetzungen für die Höhe des Giftgehaltes behandelt. Zum Schluss gab es noch einen Einblick in die heimischen Giftpflanzen, die sich auf Weiden und Weidenrändern unserer Pferde ausgebreitet haben.

Im zweiten Teil beschäftigen wir uns nun mit den für Pferde giftigsten Pflanzen u.a.: Welche Pflanzen enden tödlich und ab welcher Menge treten erste Vergiftungserscheinungen auf? Als Grundlage habe wir das Buch „Giftpflanzen – Was Pferde nicht fressen dürfen“ von Marina und Uwe Lochstampfer verwendet und uns auf die stark giftigen und meist heimischen Pflanzen und Bäume konzentriert. Zur besseren Übersicht wurden diese in vier verschiedene Kategorien eingeteilt:

Für Pferde giftige Pflanzen:

(mit einem Klick auf die Überschriften gelangen Sie direkt zu Ihrer gewünschten Kategorie)

Die Pflanzen und Bäume sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.


Im Wald und auf Lichtungen:

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Aronstab:

Vorkommen: feuchte Wald –und Laubmischwälder, lockerer und nähstoffreicher Humusboden, Mittel- und Südeuropa
Giftstoff: Caliumoxalat, Scharfstoff Aroin
Symptome: Entzündungen im Maul und im Magen-Darm-Bereich, Durchfall, Krämpfe, Erregung, Gleichgewichtsstörungen, Herzrhythmusstörungen, Leber- und Nierenschäden, Fehlgeburten, tödlicher Verlauf möglich
Toxizität: Die Menge einer tödlichen Dosierung ist nicht bekannt.

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Bergahorn:

Vorkommen: wächst in Gebirgswäldern und auf Almen
Giftstoff: Hypoglycin A, Samen und Blätter, größte Gefahr von Oktober bis Dezember und im Frühjahr
Symptome: Muskelschwäche und Muskelveränderungen, Weidemyopathie, Schwitzen, Koliken, Muskelzittern, Hängenlassen des Kopfes und schwankender Gang, Schwierigkeiten beim Kauen und Schlucken, brauner bis schwarzer Urin
Toxizität: geschätzt wird ab einer Aufnahme von 165 bis 8000 Samen und ca. 500g Laub

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Bingelkraut:

Vorkommen: Wald-Bingelkraut: feuchte Waldböden, findet man in ganz Europa, im Norden eher selten;
Einjähriges Bingelkraut: auf Ödland, in Weinbergen, an Äckern
Giftstoff: Saponine, Methylamin und Trimethylamin
Symptome: Magen-Darm Entzündungen, wässriger Durchfall, Schädigung von Nieren und Leber, Speichelfluss, Unlust beim Fressen, blutiger Urin, Ansteigen und Abfallen der Körpertemperatur, erhöhte Pulsfrequenz, eventuell Tod, Vergiftungssymptome treten erst nach ein paar Tagen auf.
Toxizität: Die Menge einer tödlichen Dosierung ist nicht bekannt, zudem ist es in getrocknetem Zustand giftig.

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Buchsbaum:

Vorkommen: in der Natur selten zu finden, wächst an Hängen und in lichten Wäldern, als Strauch im Rhein-Mosel Gebiet und teilweise im Schwarzwald, wird gerne in Gärten, Parks und auf Friedhöfen gepflanzt, wird häufig als Dekoration bei Pferdeveranstaltungen genutzt.
Giftstoff: enthält Alkaloide z.B. Buxin (junge Rinde und die Blüten)
Symptome: Durchfall (auch blutig), Magenschmerzen, Störungen im Bewegungsablauf, Austrocknung, Lähmungserscheinungen, Schwindel, Tod durch Atemlähmung.

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Eibe:

Vorkommen: wächst in Laubmischwäldern, braucht kalkhaltigen Boden, ist in ganz Europa verbreitet
Giftstoff: Alkaloid Taxin
Symptome: Speichelfluss, Schaum vor dem Maul, starke Entzündung von Magen und Darm, Krämpfe, Durchfall, Verstopfung, Blasenentzündung verbunden mit stark gemindertem Harndrang, Herz- Kreislaufkollaps, Atemlähmung
Toxizität: Tödlich sind bereits 100-200g der Eibennadeln und zerkaute Samen, wobei der Tod bereits nach fünf Minuten eintreffen kann.

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Stieleiche/ Deutsche Eiche:

Vorkommen: Wächst in Wäldern oder wird als Straßenbaum oder in Park und Gartenanlagen angepflanzt. Die Eiche benötigt Lehmboden um optimal wachsen um optimal wachsen zu können.
Giftstoff: enthält Tannin, giftig sind die Eicheln, das Laub und die Rinde
Symptome: Fressunlust, apathisches Verhalten, Schwächen, Verstopfung, blutiger Durchfall und Urin, in schlimmeren Fällen kann es zu einer Leberschädigung kommen und bedingt dadurch zu Gelbsucht und Gelbfärbung der Schleimhäute, Nierenversagen
Toxizität: nicht bekannt

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Fingerhut:

Vorkommen: Waldlichtungen, Kahlschläge, Waldränder, wächst am besten auf sandigem, stickstoffhaltigem Lehmboden, beheimatet in West- und Mitteleuropa.
Giftstoff: Digitalisglycoside
Symptome: Zittern, unregelmäßiges Atmen, blutiger Durchfall, Benommenheit, Taumeln, Herzrhythmusstörungen verbunden mit lautem Herzschlag, bei entsprechend starker Vergiftung Herzstillstand.
Toxizität: tödliche Dosis 25g getrocknete und 100 bis 200g frische Blätter.

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Gemeiner Liguster:

Vorkommen: Waldränder und Gebüsche, bevorzugt warme und kalkhaltige Plätze.
Giftstoff: Seco-Iridoid Bitterstoffe
Symptome: Krämpfe im Magen-Darm Bereich, taumeln, gerötete Schleimhäute, erweiterte Pupillen, Lähmungen der Hinterhand, Gleichgewichtsstörungen, Herzrasen.
Toxizität: 100-150g - tödlich (Blätter, Beeren, Rinde).

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Gemeiner Seidelblast:

Vorkommen: Laub- und Laubmischwäldern, auf kalkhaltigen und humusreichen Böden, verbreitet in ganz Europa außer im Westen und im Norden.
Giftstoff: sitzen in der Rinde (Daphnetoxin), im Samen (Mezerein), bleiben auch nach dem Trocknen erhalten.
Symptome: tödlich für Pferde, Speichelfluss, Entzündung der Schleimhäute und von Magen und Darm, Magenkrämpfe, Fieber, blutiger Durchfall, Atemnot, Störung des Gleichgewichts, Schädigung des Nervensystems Kreislaufzusammenbruch.
Toxizität: bereits 30g der Rinde - tödlich.

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Krainer Tollkraut:

Vorkommen: Laubwäldern, Gebüschen, an steinigen Abhängen, Südosteuropa bis Kärnten, in den Karpaten und der Ukraine
Giftstoff: (S)-Hyoscyamin und Scopolamin, Spuren weiterer Alkaloide.
Symptome: trockene Schleimhäute, Schluckbeschwerden, Durst, erweiterte Pupillen, Erregung, Sehstörungen, Verstopfung, erhöhte Pulsfrequenz und Atmung, Herzklopfen und Anstieg der Körpertemperatur, bei starker Vergiftung Störungen im Bewegungsablauf, Tobsuchtanfälle, Tod durch Atemlähmung.
Toxizität: 180-360g der frischen Pflanze - tödlich, vor allem die Wurzeln

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Sadebaum:

Vorkommen: Wild findet man ihn in den Gebirgen Südeuropas (Südbayern), in Gärten und Parkanlagen als Zierstrauch.
Giftstoff: Die Spitzen der Zweige enthalten ätherische Öle und stark giftige Sabinen.
Symptome: Reizungen der Haut, Magen-Darm-Beschwerden mit Krämpfen, Blähungen und Durchfall, Nierenentzündungen und Lähmungen.
Toxizität: eine Menge ab 360g - tödlich, vor allem die Zweigspitzen.

Pfaffenhütchen:

Vorkommen: findet man in Wäldern und Gebüschen, bevorzugt feuchten Lehmboden, in fast ganz Europa verbreitet
Giftstoff: Alkaloid Evonin, Evonosid, Evomonosid und Evobiosid in den Samen, aber auch alle anderen Pflanzenteile sind giftig.
Symptome: Ansteigen der Körpertemperatur, Kreislaufstörungen, Kurzatmigkeit, Magen-Darm-Beschwerden mit Durchfall oder chronischer Erschöpfung, Bauchfellentzündung, Krämpfe und Herzrasen, der Tod ist durch Herzlähmung innerhalb weniger Tage möglich, Fehlgeburten.
Toxizität: nicht genau bekannt, man geht jedoch davon aus das geringe Pflanzenmengen ausreichen, um erste Vergiftungserscheinungen hervorzurufen.

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Rotbuche:

Vorkommen: in Deutschland einer der wichtigsten Laubbäume, steht häufig an Straßen und in Wäldern, in den Alpen bis zu einer Höhe von 1500 Metern, benötigt lehmigen Boden und viel Wasser.
Giftstoff: in Bucheckern, Laub und Rinde sind Saponine und Oxalsäure, Toxizität ist unterschiedlich ausgeprägt, unreife Bucheckern sind am gefährlichsten.
Symptome: Magen-Darm-Krämpfe, Taumeln und Zittern, Schreckhaftigkeit, erschwerte Atmung, Lähmungserscheinungen der Hinterhand, Pupillenerweiterung, Tod durch Atemlähmung möglich und kann nach 12 Stunden eintreten.
Toxizität: 300 -1000g können tödlich sein (vor allem die Bucheckern)

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Tollkirsche:

Vorkommen: warme Waldränder, an Kahlschlägen, auf Lichtungen in Laub- und Mischwäldern, benötigt humusreichen und etwas kalkhaltigen Boden, beheimatet in Mittel- und Südeuropa.
Giftstoff: Alkaloid Atropin, (S)-Hyoscyamin und Scopolamin
Symptome: trockene Schleimhäute, Schluckbeschwerden, Durst, erweiterte Pupillen, Erregung, Sehstörungen, Verstopfung, erhöhte Pulsfrequenz und Atmung, Herzklopfen und Anstieg der Körpertemperatur, bei starker Vergiftung Störungen im Bewegungsablauf, Tobsuchtanfälle, Tod durch Atemlähmung.
Toxizität: 120g der Blätter verursachen bereits erste Vergiftungserscheinungen, eine der stärksten Giftpflanzen.


MykoTox - aufgenommene Gifte beim Pferd binden.

Auf Wiesen und am Wasser:

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Eisenhut:Lesen Sie unseren Fachartikel über die Giftpflanzen bei Pferden - Natural Horse Care - Natürlich gesund füttern.

Vorkommen: feuchte Weiden, Hochstaudenflure, höhere Berglagen, bevorzugt nährstoffreiche Böden, Mittel- und Westeuropa.
Giftstoff: giftigste Pflanze Europas, Alkaloid Aconitin
Symptome: starker Speichelfluss, Pupillenvergrößerung, Erregung, Unruhe, Durchfall, Krämpfen, erhöhte Körpertemperatur, Herzrhythmusstörungen, aufsteigende Lähmung mit Lähmung der Gesichtsmuskeln und der Zunge, Tod tritt unter starken Schmerzen durch Atemlähmung oder Versagen des Kreislaufs ein.
Toxizität: tödliche Dosis beträgt 200 – 400g der frischen Pflanze, eventuell auch deutlich weniger, vor allem Wurzel und Samen, auch Blumenwasser, getrocknet etwas weniger giftig.

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Mutterkorn:

Vorkommen: Parasit, der sich an einigen Grasartenwie z.B. am Weidelgras einnistet, auf Pferdewiesen also nicht ausgeschlossen
Giftstoff: Alkaloide Ergotamin, Ergotoxin, Ergometrin, Wirkgehalt stark schwankend
Symptome: Durchfall, Pupillenerweiterung, Durstgefühl, Krämpfen, Lähmungen, Nervenstörungen, Raserei und Wahnanfälle
Toxizität: vermutlich wenige Gramm

Sumpfschachtelhalm:

Vorkommen: an Ufern, auf feuchte Wiesen, Sümpfe
Giftstoff: bleiben auch nach dem Trocknen erhalten, Alkaloide Palustrin und Palustridin, Nikotin, Aconitsäure, Kieselsäure, Oxalsäure und das Enzym Thiaminase
Symptome: Taumelkrankheit, Vitamin B1 wird zerstört und es kommt zu Stoffwechselstörungen, die wiederum zu Krämpfen und Lähmungen führen, bei starker Vergiftung Magen – Darm Entzündungen mit Durchfall, Schreckhaftigkeit, Muskelzittern, Pupillenerweiterung, Störungen im Bewegungsablauf, Taumeln bis zur Lähmung der Hinterläufe und Hinstürzen, Schwäche bis zur völligen Erschöpfung und Tod, leichte Vergiftungen Abmagern und Schwäche.
Toxizität: 20% im Heu über ca. 1 Monat verfüttert endet in den meisten Fällen tödlich, giftig ist frisches oder getrocknetes Kraut.

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Wasserschierling:

Vorkommen: wächst an langsam fließenden und stehenden Gewässern und Tümpeln, mag torfigen und sauren Boden, in Nord- und Mitteleuropa verbreitet.
Giftstoff: Cicutoxin, hoher Gehalt im Spätherbst, die Toxizität bleibt auch nach dem Trocknen bestehen.
Symptome: vermehrter Speichelfluss, Anstieg der Körperflüssigkeit, Erregung, Zähneknirschen, erweiterte Pupillen, vermehrter Kot und Harnabsatz, Gleichgewichtsstörungen, starke Krämpfe, erhöhte Atmung und erhöhter Herzschlag, bei starker Vergiftung sterben die Tiere an Atemlähmung.
Toxizität: Wenige Wurzelknollen können bereits tödlich sein

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Weißer Germer:

Vorkommen: wächst auf Hochstaudenfluren und Alpenwiesen, liebt feuchten, stickstoff- und kalkhaltigen Boden. Verbreitungsgebiet ist Mittel- und Südeuropa.
Giftstoff: Steroidalkaloide, Protoveratrin, Gemerin und Veratramin in der Wurzelknolle, aber auch die restliche Pflanze ist giftig. Der Wirkstoffgehalt ist je nach Lage stark schwankend. Die Giftstoffe bleiben im getrockneten Zustand erhalten.
Symptome: starker Speichelfluss, Durchfall, Magen-Darm-Beschwerden, der Puls verlangsamt sich, der Blutdruck der Tiere sinkt ab, verlangsamte Atmung, Krämpfe, Lähmungserscheinungen, bei starker Vergiftung Tod durch Atem- und Kreislauflähmung
Toxizität: Bereits 1g der frischen Wurzel pro Kilogramm des Körpergewichtes des Pferdes ist tödlich. Auch im Heu ist die Menge sehr gering.


An Wegen und auf Äckern:

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Bingelkraut:

Vorkommen: Wald-Bingelkraut: feuchte Waldböden, findet man in ganz Europa, im Norden eher selten; Einjähriges Bingelkraut: auf Ödland, in Weinbergen, an Äckern
Giftstoff: Saponine, Methylamin und Trimethylamin
Symptome: Magen-Darm Entzündungen, wässriger Durchfall, Nieren- und Leberschäden, übermäßiger Speichelfluss, Unlust beim Fressen, blutiger Urin, Ansteigen und Abfallen der Körpertemperatur, erhöhte Pulsfrequenz, eventuell Tod, Vergiftungssymptome treten erst nach ein paar Tagen auf.
Toxizität: Die Menge einer tödlichen Dosierung ist nicht bekannt, zudem ist es auch in getrocknetem Zustand giftig

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Gefleckter Schierling:

Vorkommen: wächst auf Brachland, an Wegen und auf Äckern und benötigt stickstoffhaltigen, feuchten Lehmboden. Beheimatet ist er in Mittel- und Südeuropa bis nach Südskandinavien.
Giftstoff: Coniin (Alkaloid), der Alkaloidegehalt nimmt beim Trocknen nur langsam ab, im Frühling am gefährlichsten
Symptome: Der Pflanzengeruch ist nach acht Stunden der Giftaufnahme im Urin und im Atem wahrnehmbar. Pupillenerweiterung, tränende Augen, allgemeine Unruhe, erst verlangsamter und danach erhöhter Puls, Magen – Darm - Entzündungen mit Krämpfen, verstärkter Harndrang, Zittern der Muskeln, aufsteigende Lähmung bis zum Erreichen der Atmung, schließlich Tod durch Atemlähmung
Toxizität: 3 bis 5 kg des frischen Krautes sind für Pferde tödlich

Hundspetersilie:

Vorkommen: auf Lehmböden, an Wegen und Äckern, Schuttplätzen, benötigt stickstoffhaltigen Boden, kommt in ganz Europa vor
Giftstoff: Alkaloid Aethusin
Symptome: Speichelfluss, Unlust zum Fressen, Magen-Darm-Beschwerden mit Durchfall, Puls ist erst verlangsamt und danach erhöht, aufsteigende Lähmung bis zur Atemlähmung schließlich Tod durch Atemlähmung
Toxizität: wahrscheinlich wirkt erst eine höhere Menge toxisch (10 Kg)

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Schwarzes Bilsenkraut:

Vorkommen: auf Wegen, an Mauern und auf Schuttplätzen, benötigt stickstoffhaltigen Boden, wächst in ganz Europa
Giftstoff: (S)-Hyoscyamin und Scopolamin, hochkonzentriert vor allem in den Samen
Symptome: schnelle Atmung, Erweiterung der Pupillen, starker Durst, Verstopfung, Lähmung von Gliedern, Tobsucht, Benommenheit
Toxizität: die tödliche Dosis liegt bei ca. 300g, besonders Wurzeln und Samen

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Stechapfel:

Vorkommen: kommt ursprünglich aus Mittelamerika, wächst vorzugsweise auf Ödland, Schutt oder an Wegen, benötigt stickstoffhaltigen Boden, in ganz Europa verbreitet
Giftstoff: (S)- und (R)- Hyoscyamin, Scopolamin, der Alkaloidegehalt nimmt beim Trocknen nur langsam ab, im Frühling am gefährlichsten
Symptome: Erregung, Schluckbeschwerden, trockene Schleimhäute, starker Durst, Futterverweigerung, Ansteigen der Körpertemperatur, Pupillenerweiterung, Sehstörungen, schnelle Atmung, erhöhte Urinausscheidung, Durchfall, Störungen im Bewegungsablauf, Lähmungen, bis hin zum Tod
Toxizität: Zu Vergiftungserscheinungen kommt es bereits nach wenigen Gramm

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Robinie:

Vorkommen: kommt ursprünglich aus Nordamerika und ist jetzt auch in West- und Südeuropa zu finden, Zier- und Alleebaum, wächst an Bahndämmen, in Gebüschen und trockenen Wäldern
Giftstoff: Rinde und Früchte enthalten giftige Eiweiße und Toxalbumine, Rinde schmeckt eher süßlich und wird von den Pferden nicht gemieden
Symptome: Speichelfluss, erhöhte Atemfrequenz, Erregung und danach Teilnahmslosigkeit, erhöhter Puls, erweiterte Pupillen, Unruhe, gelbe Schleimhäute, Magen-Darm-Beschwerden mit Krämpfen, Störungen des Gleichgewichtes, krampfartiges Zucken, Schädigung von Leber und Nieren, Harndrang, vereinzelt auch Blindheit und Hufrehe
Toxizität: 150g Rinde tödlich, die Hälfte kann schwere Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Alle Pflanzenteile sind gefährlich


In Gärten und Parkanlagen:

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Abendländischer Lebensbaum:

Vorkommen: angepflanzt als Zierstrauch in Parkanlagen und Gärten, kommt ursprünglich aus Nordamerika
Giftstoff: hauptsächlich die Zweige enthalten ätherische Öle und das Thujon
Symptome: Blasenbildung auf den Schleimhäuten, Magen-Darm-Beschwerden und Krämpfe, Leberschädigungen und Gelbfärbung der Schleimhäute, Schädigung der Nieren, kann zum Tod führen
Toxizität: nicht bekannt

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Buchsbaum:

Vorkommen: in der Natur selten zu finden, wächst an Hängen und in lichten Wäldern, als Strauch im Rhein-Mosel Gebiet und teilweise im Schwarzwald, wird gerne in Gärten, Parks und auf Friedhöfen gepflanzt, wird häufig als Dekoration bei Pferdeveranstaltungen genutzt
Giftstoff: enthält Alkaloide z.B. Buxin (junge Rinde und die Blüten)
Symptome: Durchfall (auch blutig), Magenschmerzen, Störungen im Bewegungsablauf, Austrocknung, Lähmungserscheinungen, Schwindel, Tod durch Atemlähmung

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Engelstrompete, Trompetenbaum:

Vorkommen: wachsen als Zierpflanzen in Gärten und Parkanlagen
Giftstoff: (S)-Hyoscyamin und geringe Menge Scopolamin
Symptome: Erregung, Pupillenerweiterung, Schluckbeschwerden, trockene Schleimhäute, Durst, Verweigerung von Futter, erhöhte Atemfrequenz, Sehstörungen, Durchfall, vermehrtes Harnlassen, Störungen im Bewegungsablauf, Herzrhythmusstörungen und Lähmungen, eventuell tödlicher Verlauf
Toxizität: nicht bekannt

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Feuerbohne:

Vorkommen: kommt ursprünglich aus Südamerika, bei uns in Gärten als Zier- oder Gemüsepflanze angebaut
Giftstoff: rohe Bohnen und Samen reichhaltig an giftigen Eiweißen (Toxalbumine)
Symptome: Krämpfe, Durchfall (mitunter blutig), Magen-Darm Entzündungen
Toxizität: tödliche Menge nicht bekannt

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Goldregen:

Vorkommen: wächst ursprünglich in Süd- und Südosteruropa, braucht lockeren und kalkhaltigen Boden
Giftstoff: Alkaloid Cystin, Laburamin, Laburnin, N-Methylcystin, höchste Toxizität besitzt der Goldregen im Spätherbst (ausgereifte Samen), auch im getrockneten Zustand bleibt das Gift erhalten
Symptome: Schweißausbruch, Erregung, danach Dämpfung, die Tiere zittern, schwere Atmung, Bluthochdruck, schneller Puls, Gleichgewichtsstörungen, Krämpfen, Muskelzucken, Magen-Darm-Beschwerden, Tod tritt durch Atemlähmung ein

Toxizität: tödlich können bereits 250-300 g der Samen sein, auch getrocknete Pflanzenteile sind giftig

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Kirschlorbeer:

Vorkommen: wächst in Westasien und Südeuropa als Baum und als Zierstrauch in Gärten und Parkanlagen
Giftstoff: blausäurehaltige Glycoside
Symptome: Speichelfluss, Taumeln, Reizungen der Schleimhäute, Magen-Darm Störungen, Erregung sowie Atem- und Kreislaufprobleme, durch eine kurzfristige hohe Aufnahme und gutes Durchkauen kann es auch zum Tod kommen
Toxizität: nicht genau bekannt, man geht bei einer durchgekauten Menge von 5 kg von einer tödlichen Menge aus

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Oleander:

Vorkommen: kommt aus dem Mittelmeerraum, oft als Zierstrauch auf Pferdeveranstaltungen zu finden
Giftstoff: Glycosid Oleandrin
Symptome: Pupillenerweiterung, Absinken der Körpertemperatur, Magen-Darm-Beschwerden, Durchfall, Tod durch Herzlähmung, Fehlgeburten
Toxizität: tödliche Dosis liegt bei 15 bis 20 g der frischen oder getrockneten Blätter

Rizinus:Lesen Sie unseren Fachartikel über die Giftpflanzen bei Pferden - Natural Horse Care - Natürlich gesund füttern.

Vorkommen: stammt aus Afrika, Zierstrauch in Gärten und Parkanlagen
Giftstoff: Eiweiße (Ricin) eines der stärksten Pflanzengifte, erste Vergiftungserscheinungen bereits nach zwei Stunden oder auch erst nach einem Tag
Symptome: Speichelfluss, Reizungen der Schleimhäute, Schwindel und Schläfrigkeit, vermehrtes Schwitzen, Schwierigkeiten beim Atmen, Bewegungsablauf ist gestört, Gelb- und Weißfärbung der Schleimhäute, Magen-Darm-Entzündung mit teils starkem Durchfall, Anstieg der Körpertemperatur, Muskelzucken, Krämpfe, Entzündung der Nieren mit starken Drang zum Wasserlassen, Zerfall der roten Blutkörperchen, Leberschädigung und Tod
Toxizität: nur 60 g der Samen sind bei einem 600 kg schweren Pferd tödlich

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Sadebaum:

Vorkommen: wild findet man ihn in den Gebirgen Südeuropas (Südbayern), in Gärten und Parkanlagen als Zierstrauch
Giftstoff: Spitzen der Zweige enthalten ätherische Öle und stark giftige Sabinen
Symptome: Reizungen der Haut, Magen-Darm-Beschwerden mit Krämpfen, Blähungen und Durchfall, Nierenentzündungen und Lähmungen
Toxizität: eine Menge ab 360 g - tödlich, vor allem die Zweigspitzen

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Robinie:

Vorkommen: kommt ursprünglich aus Nordamerika und ist jetzt auch in West- und Südeuropa zu finden, Zier- und Alleebaum, wächst an Bahndämmen, in Gebüschen und trockenen Wäldern
Giftstoff: Rinde und Früchte enthalten giftige Eiweiße und Toxalbumine, Rinde schmeckt eher süßlich und wird von den Pferden nicht gemieden
Symptome: Speichelfluss, erhöhte Atemfrequenz, Erregung und danach Teilnahmslosigkeit, erhöhter Puls, erweiterte Pupillen, Unruhe, gelbe Schleimhäute, Magen-Darm-Beschwerden mit Krämpfen, Störungen des Gleichgewichtes, krampfartiges Zucken, Schädigung von Leber und Nieren, Harndrang, vereinzelt auch Blindheit und Hufrehe
Toxizität: 150 g Rinde tödlich, die Hälfte kann schwere Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Alle Pflanzenteile sind gefährlich

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Virginischer Tabak:

Vorkommen: stammt ursprünglich aus Südamerika und wird bei uns angebaut
Symptome: erst Verengung und danach Erweiterung der Pupillen, Speichelfluss, Atemnot mit möglicher plötzlicher Atemlähmung und Tod, Erregung, Magenkrämpfe, Durchfall, Lähmungen, erhöhter Harndrang, verlangsamter Herzschlag, Muskelschwäche uns Muskelzucken, Fehlgeburten, die toxischen Wirkstoffe befinden sich auch in der Stutenmilch
Toxizität: bei getrockneten Blättern liegt die tödliche Dosis bei 300 bis 1200 g, bei frischen Blättern liegt die Menge wahrscheinlich etwas höher.


Diese Liste zeigt nur einen Einblick in die Welt der Giftpflanzen und bietet nur einen kleinen Teilausschnitt aller Pflanzen, die für Pferde giftig sind. Wer mehr über die unterschiedlichen Pflanzen und deren Toxizität wissen möchte, dem lege ich das oben genannte Buch ans Herz, da hier viele Giftpflanzen und deren Wirkweisen gut beschrieben werden.

Im nächsten und letzten Teil geht es um die Notfallversorgung, falls es zu einer Vergiftung kommt, um möglichst schnell und effektiv eingreifen zu können. Zusätzlich gibt es noch einen kleinen Überblick über andere Giftstoffe, mit denen unsere Pferde in Berührung kommen können.

Lesen Sie auch: Teil 1: Pflanzengifte auf der Pferdeweide – die Gefahr lauert überall


Quelle: Lochstampfer, Marina und Uwe: Giftpflanzen-Was Pferde nicht fressen dürfen; Cadmos Verlag 2. Auflage 2016