Die Diagnose des Tierarztes, „das Pferd ist dämpfig“ fürchten alle Pferdebesitzer. Auch wenn in der heutigen Zeit Begriffe wie COPD, RAO oder COB  und Dampf für eine chronisch entzündliche oder wiederkehrende Bronchitis verwendet werden, wird allzu oft fälschlicherweise dasselbe damit in Verbindung gebracht. Heute ist man in der Lage diese für Pferde stark beeinträchtigende Erkrankung des Atmungsapparates in seinen Verläufen oder seiner Entstehung zu differenzieren und gezielter zu behandeln – meist jedoch schließt die Diagnose Dampf bzw. Dämpfigkeit eine vollständige Heilung aus. Nicht selten aber, weil das Verständnis für die Auslöser von COB bzw. COPD fehlen oder konventionell zu sehr an den Symptomen „gedoktert“ wird. In diesem Artikel will ich näher auf dieses Problem eingehen und über Risiken und Chancen unterschiedlicher Behandlungswege sprechen. Viele chronisch an den Atemwegen erkrankte Pferde haben meines Erachtens gute Aussichten auf eine vollständige Genesung - auch wenn dies bedeutet, dass nicht selten ein Leben lang besonderes Augenmerk auf das betroffene Pferd gelegt werden muss.

Dämpfigkeit der Pferde / Dampf – das schreibt die Enzyklopädie (Julius/Höpfner) im Jahre 1792:

Dämpfigkeit der Pferde, ein Husten, der zugleich mit einem beschwerlichem Athemholen verknüpft ist, wird bey den Pferden der Dampf, Dämpfigkeit, Herzschlechtigkeit … genennt. Der Athem ist dabei Kurz, man hört das Pferd keuchen, wenn es sich bewegt, oder arbeitet. Das Athemholen ist auch unterbrochen, und die Lungen keuchen geschwinder Luft ein, als sie solche wieder ausstossen. Je gefährlicher die Krankheit wird, desto beschwerlicher, ängstlicher und fürchterlicher geschiehet das Athemholen. Der Husten ist nicht immer gleich hart, denn manchmal kann ein Pferd äusserst dämpfig sein und dennoch wenig husten. Diese Krankheit entsteht gemeiniglich von einer Menge Schleim in den Lungen. Dieser aber kann durch eine blose Vollblütigkeit, durch anhaltende feuchte Luft, durch eine Erkältung, oder durch schlechte Nahrung verursacht werden, welche besonders bey verdorbenem und staubichtem heu leicht entstehen kann… Wenn die Krankheit sehr veraltet ist, so bleibt meistens wenig Hoffnung übrig … man stößt ein halb Pfund Lorbeern, ein Viertelpfund Alantwurzel, Altheerwurzel und Huflattigkraut zu Pulver, macht solches mit Honig zu einer Lattmerge und mischt den Saft von 12 ausgepressten Zwiebeln bey, oder löst 3 Loth Ammoniacgummi in 9 Loth Meerzwiebeleßig auf und thut es dazu…

Auch wenn heute niemand mehr auf die Idee käme ein dämpfiges Pferd mit Zwiebelsaft und Gummi Ammoniacum zu therapieren, wird dennoch deutlich, dass man schon immer mit dem Problem zu kämpfen hatte und ein Therapieerfolg nicht garantiert werden konnte. Heute wie früher spielen aber feuchte Luft (Stallklima), eine Erkältung, staubiges und schimmliges Heu als Auslöser der oben als „beschwerliches Atemholen“ beschriebenen Symptomatik eine Rolle.

Anmerkung: Zwiebeln enthalten N-Propyl-Disulfid, S-Methyl-Cystein-Sulfoxid sowie ätherische Öle. Diese Wirkstoffe zerstören den roten Blutfarbstoff, was zu einer Auflösung der roten Blutkörperchen führt (Hämolyse). Nach heutiger Erkenntnis geht man davon aus, dass 3 bis 5 g je kg Lebendgewicht für ein Pferd gefährlich werden können. (1,5 bis 2,5 kg für 500 kg Pferd).

Dämpfigkeit (RAO/COB/COPD) beim Pferd

Dampfigkeit beim Pferd ist nicht gleichzusetzen mit COPD beim PferdHeute wird das Wort „Dämpfigkeit“ mit der chronisch obstruktiven Bronchitis beim Pferd gleichgesetzt - obwohl streng genommen etwas anderes damit gemeint ist. Dies führt immer wieder zu Verwirrungen. Bis einschließlich 2001 war die Dämpfigkeit beim Pferd ein sogenannter Gewährsmangel und berechtigte somit zur Rückabwicklung des Pferdekaufes. Beschrieben wurde hier eine chronische und unheilbare Erkrankung von Lunge und Herz beim Pferd. Heute weiß man aber, dass in den meisten Fällen von COB oder RAO die Lunge nicht so zerstört ist wie bei einem dämpfigen Pferd (hier spricht man von einer Lungenfibrose – dauerhaftem Elastizitätsverlust),  wo eine Heilung nicht möglich wäre. Daher sind streng genommen die meisten Pferde per Definition eben nicht dämpfig – also nicht unheilbar erkrankt, auch wenn die zugrunde liegende Allergie bzw. Sensibilität in den meisten Fällen bestehen bleibt. Diese Erkenntnis hilft aber dabei, das chronisch obstruktiv „erkrankte“ Pferd durch entsprechendes Haltungs- und Futtermanagement beschwerdefrei zu halten. Richtiger wäre also von einer Erkrankung mit sehr wahrscheinlich wiederkehrendem Charakter zu sprechen als von einer wiederkehrenden chronisch verstopften (obstruktiv) Bronchitis. Deshalb werden die Begrifflichkeiten COB oder COPD (englisch: chronic obstructive pulmonary disease) heute nicht mehr verwendet.

Die Tiermedizin hat sich darauf geeinigt, die Atemwegserkrankungen neu zu definieren und in zwei Gruppen zu klassifizieren:

RAO – Reccurent Airway Obstruction (wiederkehrende Atemwegserkrankung)
IAD – Inflammatory Airway Disease (entzündliche Atemwegserkrankung)

 

 Das sollten Sie wissen!  
  • Als Dämpfigkeit beim Pferd bezeichnet man eigentlich erst das Endstadium einer COB bzw. COPD. Hier hat sich zusätzlich zur chronisch wiederkehrenden Atemwegserkrankung beim Pferd ein Lungenemphysem ausgebildet.

  • Noch lange bevor sich eine Dämpfigkeit entwickelt steht meist anfänglich eine akute Erkrankung der Atemwege, die falsch- oder unbehandelt blieb.

  • Pferde mit Husten und gleichzeitigem Fieber und gestörtem Allgemeinbefinden sollten sofort dem Tierarzt vorgestellt werden.

  • Ohne eine konsequente Umstellung der Haltungs- und Fütterungsbedingungen sind die Gefahren der Entstehung einer chronischen Bronchitis immens hoch. Selbst Pferde mit akutem Husten (egal ob eine Vireninfektion, Bakterien oder Allergien Auslöser waren) sollten während der akuten Phase keinem Staub, Schimmel oder Pollen ausgesetzt werden.

  • Bewegung, frische Luft und die schleimlösenden, entkrampfenden und entzündungsmindernden Wirkstoffe aus Kräutern wie sie z.B. in unserem Breath Powder enthalten sind, helfen festsitzenden Schleim zu lösen und bauen die Abwehrleistung des Lungenapparates beim Pferd wieder auf.
 

 

RAO beim Pferd

Auslöser der RAO beim Pferd (früher COB oder COPD) sind nicht nur Staubpartikel aus dem Heu oder Stroh, sondern insbesondere auch der Staub aus den Sandböden der Reithallen oder Reitplätze sowie in seltenen Fällen auch Blütenpollen. Die Fachwelt gebraucht bei einer Pollenallergie auch den Begriff SPAOPD – summer pasture-associated obstructive pulmonary disease - eine nur im Sommer wiederkehrende Atemwegserkrankung der Pferde. Häufig sind hier Pferde betroffen, die in der Nähe von Rapsfeldern gehalten werden.

Die nun über die Atemwege aufgenommenen Stäube, Sporen und Pollen lösen eine sogenannte Immunreaktion aus. Häufig geht dem Ganzen ein zunächst harmloser bakterieller oder viraler Infekt der Atemwege voraus. Dies führt zu einer erhöhten Schleimbildung, einer Schwellung der Schleimhäute und später zu Entzündungen und Verkrampfungen im Lungenapparat der Pferde. Die anfänglich kaum sichtbaren Symptome verleiten dazu, dass die ersten wichtigen Behandlungsschritte ausbleiben. Über Monate bis Jahre hinweg kann es dauern, bis die Symptomatik so gravierend ist, dass wir in unserem Sprachgebrauch das Wort „dämpfig“ gebrauchen. Denn mit der Zeit fällt den betroffenen Pferden das Ausatmen immer schwerer, so dass diese ihre Baumuskeln einsetzen müssen um die Atemluft nach außen zu pressen. Die einseitig eingesetzten Bauchmuskeln verdicken sich und führen zu der sogenannten außen an den Flanken sichtbaren Dampfrinne beim Pferd.

Erste Symptome ernst nehmen – RAO beim Pferd vorbeugen

Symptome einer wiederkehrenden chronisch obstruktiven Bronchitis (RAO/COPD/COB):

  • leichter nur schwach ausgeprägter weißer Nasenausfluss
  • einmaliges Husten nach dem Antraben oder Wälzen
  • Leistungsabfall in der Bewegung oder längere Erholungsphasen

Bereits diese Anzeichen können – müssen aber nicht – ein erster Hinweis dafür sein, dass sich im Lungenapparat der Pferde problematische Immunreaktionen (Allergien) langsam hochschaukeln. Daher dürfen diese ersten Symptome nicht auf die leichte Schulter genommen werden und im Zweifel sollte immer der Tierarzt einen prüfenden Blick auf das Pferd werfen. Viele Fachartikel zum Thema, „Diagnose einer RAO bzw. COB beim Pferd“ bezweifeln, dass eine sichere Diagnose ohne Endoskopie gestellt werden kann. Das Problem ist wohl, dass der oft sehr feste und zähe Schleim in der Lunge des Pferdes beim Abhören der Atmung keine hörbaren Geräusche macht und - selbst wenn - eine genaue Diagnose deswegen schwerfällt. Denn auch virale Infekte, Reizungen der oberen Atemwege usw. können ursächlich für den Husten des Pferdes verantwortlich sein.

 

Ist mein Pferd dämpfig? Überprüfen Sie die Lungenfunktion Ihres Pferdes selbst.

Lungenfunktion beim Pferd – selbst testen

Auch dieser „Funktionstest“ erspart keine eingehende Untersuchung durch einen Tierarzt, bietet aber dennoch eine erste Einschätzung des allgemeinen Zustands des Atemapparates des Pferdes. Mit der zunehmenden Verschleimung der Lunge und einem Anschwellen der Bronchien verlieren Pferde die Fähigkeit ausreichend Atemluft (Sauerstoff) aufzunehmen. Dieser Umstand wird insbesondere bei Anstrengung sichtbar. Pferde atmen in der Regel pro Minute 10 bis 15-mal ein und aus. Der Puls liegt bei Ruhe in etwas bei 30 bis 35 Herzschlägen. Bewegen Sie nun Ihr Pferd 15 Minuten lang stark bis mittelstark (Trab und Galopp) und nehmen dann unmittelbar nach der Bewegung die aktuellen Atem- und Pulswerte (Atemwerte z.B. Flankenbewegung für 15 Sekunden zählen und mal vier nehmen oder mit Hand seitlich an den Nüstern Atemzüge zählen. Pulswerte können Sie unterhalb der Ganasche oder den Herzschlag per Stethoskop in der „Achsel“ des linken Vorderbeines messen.). Anfänglich können hier die Werte stark in die Höhe schnellen. Entscheidend ist die Zeit, die das Pferd benötigt, bis sich wieder normale Ruhewerte einstellen. Nach 15 bis 20 Minuten Ruhephase sollten die Ausgangswerte wieder erreicht werden (zu berücksichtigen ist hier immer auch das Wetter – bei starker Hitze kann dies auch 30 Minuten und länger dauern). Werden die Ruhewerte nicht in dieser Zeit erreicht, sollte unbedingt eine genauere Untersuchung durch einen Fachtierarzt vorgenommen werden.

Was tun – bei einem Pferd mit COPD / COB?

Neben der tierärztlichen Betreuung der Pferde stehen die vorbeugenden Maßnahmen im Vordergrund. Nur so kann weitestgehend vermieden werden, dass sich aus der anfänglich wiederkehrenden Bronchitis eine schwere irreparable Dämpfigkeit des Pferdes entwickelt.

  • Füttern Sie kein staubiges oder belastetes Heu oder Stroh. Weichen Sie das Heu oder Stroh vor dem Füttern ein oder übergießen Sie es mit reichlich frischem Wasser. Achten Sie auch darauf, dass sich bereits nach 2 Stunden im gewässerten Heu bedenkliche Keime bilden können. Daher sollte nicht auf großen Vorrat Heu gewaschen werden.
  • Auch die Umgebung sollte staubfrei gehalten werden. Gerade in Boxenhaltung sollten auch die Boxennachbarn am besten staubfrei versorgt werden. Vermeiden Sie unnötige Staubbelastungen im Stall und reinigen Sie regelmäßig den kompletten Stall gründlich (auch Spinnweben an der Decke usw.) ohne dass die Pferde darin stehen. Berücksichtigen Sie auch, dass Reithallenböden und Reitplätze häufig sehr staubig sind und die Lungen der Pferde mit COPD stark belasten.
  • Frische Luft ist immens wichtig. Feuchtwarme oder muffige Stallluft erhöht die Keimzahl und die Ammoniakkonzentration steigt stark an. Pferde mit belasteten Atemwegen halten Sie am besten im Freien in einem Offenstall.
  • Bewegung ist wichtig. Pferde mit chronischen Atemwegsproblemen (nicht in akuten Fällen) sollten täglich bewegt bzw. trainiert werden ohne dass sie dabei überbelastet werden. Die erhöhte Atemfrequenz an der frischen Luft reinigt die Lungen und regt die schleimlösenden Mechanismen an.

Was füttern oder welche Medikamente helfen dämpfigen Pferden oder Pferden mit COB?

Wie eingangs bereits erwähnt, bestehen bei Pferden mit RAO bzw. COB/COPD sehr gute Chancen diese so zu stabilisieren, dass ein relativ beschwerde- und symptomfreies Leben geführt werden kann. Entscheidend ist, dass die oben genannten Punkte berücksichtigt werden. Der Tierarzt setzt hier schleimlösende Wirkstoffe wie z.B. ACC, Bromhexin usw. ein. Häufig werden diese Stoffe auch mit bronchialerweiternden Wirkstoffen (Theophyllin, Clenbuterol usw.) oder kortisonhaltigen Medikamenten (Vorsicht bei Pferden mit EMS, Cushing und Diabetes) kombiniert. Viele Pferdebesitzer haben aber damit die Erfahrung gemacht, dass diese Form der Therapie von kurzer Erfolgsdauer ist. Nicht immer wird es ohne diese Form der Behandlung gehen, insbesondere dann, wenn Pferde bereits irreparabel dämpfig sind. Das sind aber lediglich 3 bis 10 % (je nach Studie).

Sind Kräuter bei COPD bzw. RAO stark genug?

Kräuter, Flavonoide, Vitamin C und MSM für Pferde mit HustenDie Kombination aus hochwertigen Kräutern, Bioflavonoiden, Vitamin C und MSM sowie ungesättigten Omega-3-Fettsäuren ist aus unserer Erfahrung heraus stark genug, um nachhaltige Ergebnisse zu erzielen. Vorausgesetzt die Haltungs- und Fütterungsbedingungen werden optimiert und die Pferde werden nicht noch zusätzlich durch Übergewicht belastet. Mit unserem Breath Powder haben wir ein Produkt entwickelt, das den Ansprüchen gerecht wird. Der zusätzlich von uns empfohlene Trainingsplan hat in der Kombination mit Breath Powder und Omega Balance Öl oder/und Schwarzkümmelöl über eine Therapiedauer von 2 bis 3 Monaten fast ausschließlich höchst zufriedenstellende Ergebnisse erzielt. Lesen Sie die Kundenmeinungen zu diesem Produkt in unserem Shop.