Untersuchungen am Pferdefutter bestätigen die Belastung mit Mykotoxinen.Schimmelpilze im Weidegras, Heu, Silage und im Mischfutter für Pferde sind keine Seltenheit. Schimmelpilze bilden zu ihrem eigenen Schutz sogenannte Mykotoxine (=Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen). Mykotoxine gehören neben den Pflanzengiften zu den giftigsten Stoffen, die die Natur zu bieten hat.

Mykotoxine im Pferdefutter sind sehr giftig

Die von den Schimmelpilzen gebildeten Mykotoxine besitzen ein hohes Gefährdungspotential und sind bereits in sehr geringer Konzentration massiv gesundheitsschädlich.

Experten schätzen, dass weltweit etwa 25 % des Getreides mit Mykotoxinen kontaminiert ist. Zahlreiche Untersuchungen in Deutschland und Österreich bestätigen diese Annahme. In 55 % der Futterhaferproben in Österreich waren Deoxynivalenole (DON) und Zearalenone ermittelt worden.

Eines der gefährlichsten Pilzgifte ist neben dem T-2 Toxin das Ergotamin. Mykotoxine, mit dem Futter aufgenommen, beeinflussen das Hormon- und Nervensystem der Pferde. Sie haben Einfluss auf die Immunabwehr und Leistungsbereitschaft.

Untersuchungen bestätigen wiederholt Mykotoxine im Pferdefutter

Insbesondere nach feuchten Sommern schwindet die Qualität von Heu, Stroh und Getreide. Zum Beispiel im Jahr 2008 ergaben Stichproben bei einer Untersuchung des Rheinland-Pfälzischen Landwirtschaftsministeriums von handelsüblichen Pferdemischfuttern erschreckende Werte. Ebenso interessant war bei der Recherche zu diesem Artikel die Doktorarbeit von Tierärztin, Frau Kristina Liesener: „Untersuchungen zum Nachweis und zum Vorkommen von Mykotoxinen in Futtermitteln für Pferde“ (2012 – VVB Laufersweler Verlag). Auch in dieser Studie wurden in den untersuchten Pferdefuttern Schimmelpilzgifte nachgewiesen. Zwar kommt Frau Liesener im Abschluss ihrer Studie zu dem Ergebnis, dass die Belastungen mit Schimmelpilzen im Pferdefutter in den meisten Fällen noch keine akute Gesundheitsgefahr darstellen aber auch sie schließt einen gesundheitsbelastenden Langzeiteffekt durch die Mykotoxinbelastung für Pferde nicht aus.

Auch in unterschiedlichen Studien, insbesondere aus Amerika und Kanada, wurden bei Weidetieren etliche Symptome beobachtet, die auf eine Vergiftung durch Weidegras oder Pilzgifte im Pferdefutter zurückzuführen sind.

Gifte bereits auf der Pferdeweide durch sogenannte Symbionten

Auf etlichen Weiden bzw. in Weidesamenmischungen findet man die für die Landwirtschaft ertragreichsten Weidegräser wie:

Wiesenschwingel (Festuca pratensis (Hudson) = Lolium pratense)

Rohrschwingel (Festuca arundinacea (Schreber) = Lolium arundinaceum)

Deutsches Weidelgras (Lolium perenne (Linne))

Welshes Weidelgras (Lolium multiflorum (Lamarck))

Diese Weidegrasarten leben oft in Symbiose mit Pilzen - sogenannten Endophyten -, die innerhalb des Pflanzenkörpers zwischen den Graszellen leben. Diese sogenannten Pilzsymbionten produzieren bei Bedarf Gifte (Ergotalkaloide) um sich selbst resistenter gegen natürliche Umwelteinflüsse und Parasitenbefall zu machen. Erst durch das Auftreten unterschiedlicher Weidetiervergiftungen erkannte man, dass diese Endophyten bei Pferden systematisch schwerste Stoffwechselstörungen und somit Erkrankungen hervorrufen können.

In einer Studie (Rohrbach ET AL 1995) konnte bereits 1995 statistisch ein Zusammenhang zwischen der Grassorte „Rohrschwingel“ und dem Ausbruch von Hufrehe hergestellt werden. Endophyten wurden in anderen Untersuchungen als Auslöser für den plötzlichen oder mysteriösen Weidetod - der sogenannten atypischen Myoglobinurie - gebracht, die insbesondere in den Herbstmonaten jedes Jahr einigen Pferden das Leben kostet. Heute geht man aber in diesen Fällen eher von dem im Samen des Bergahorn enthaltenen Eiweiß Hypoglycin A als Auslöser aus.

Symptome beim Pferd durch Schimmelpilzvergiftung oder Endophyten im Weidegras:

  • Abmagern, rauhes Fell, Entkräftung, Haarverlust, Nervosität, Durchfall
  • periphere Gefäßverengung: Verlust der Thermoregulation mit exzessivem Schwitzen (Pferd) bzw. Fieber (Rind, Schaf) oder Erfrierungen an Extremitäten
  • Headshaking
  • Kolik (gelähmter Verdauungstrakt)
  • Einbrechen in der Hinterhand
  • Lahmheit, Kronsaumentzündung und geschwollene Beine
  • Hufrehe, Ausschuhen
  • Unfähigkeit im Frühjahr das Winterfell zu wechseln
  • katastrophale Wirkung auf tragende Stuten und Fohlen zum Geburtstermin (auch Geburtsrehe)
  • Unfruchtbarkeit der Stuten
  • bis zu 57 % verminderte Gewichtszunahme bei Jährlingen
  • Beeinflussung des Mineralstatus und des Hormonspiegels
  • Immunschwäche
  • Sommerekzem, Hautausschläge
  • Leistungsabfall und Muskelabbau

 

Mutterkorn im Getreide oder an den Blüten der Weidegräser sind hoch giftig.Häufig vorkommende Gifte im Pferdefutter und ihre Wirkung

Alfatoxin ist ein äußerst toxisches und zudem stark krebserregendes Pilzgift, welches insbesondere im Heu und im Getreide vorkommt. Das Alfatoxin B1, welches in der Leber verstoffwechselt wird und dort auch schwere Schäden verursacht, greift zudem auch Organe wie Herz, Lunge und Niere an. Alfatoxine werden über die Muttermilch weitergegeben und schädigen somit auch das Fohlen.

Deoxynivalenol (DON) auch Vomitoxin genannt, ist ein im Getreide (Weizen, Gerste, Hafer) vorkommendes Schimmelpilzgift. Eine Vergiftung äußert sich durch Lethargie, verminderte Fruchtbarkeit, Ataxie, Durchfall, Magenschleimhautreizungen und eine Herabsetzung der eigenen Immunabwehr.

Ergotamin ist ein Alkaloid des Mutterkornpilzes. Es bewirkt eine Verengung der Blutgefäße und schädigt das zentrale Nervensystem. Häufige Symptome: massive Schluckbeschwerden bis hin zur Schlundverstopfung.

Fumonisine kommen häufig in Maisprodukten vor. Dieses Pilzgift ist krebserregend, schädigt die Leber und die Niere.

Ochratoxin ist ein Pilzgift, welches Mutationen am Embryo oder Veränderungen am Erbgut eines Organismus hervorrufen kann. Ochratoxin verursacht schwere Leber- und Nierenschäden und vermindert die Immunabwehr (explizite Versuche am Pferd wurden bislang nicht durchgeführt).

Patulin kommt als Pilzgift insbesondere in angefaultem Kernobst wie Äpfeln und Birnen vor. Das Gift ist gegenüber kurz einwirkender Hitze relativ beständig. Patulin ist verantwortlich für Magenschleimhautreizungen und führt zur Schädigung der Leber.

T-2 Toxin ist bis zu 20-mal toxischer als DON und kommt auch hauptsächlich im Hafer und der Gerste vor.

Zearalenon tritt allgemein im Weizen und Mais auf und ist chemisch und thermisch so stabil, dass sein Gehalt in kontaminierten Futtermitteln weder durch Erhitzung oder andere thermische Behandlungen oder besondere Lagerung nennenswert reduziert werden kann. Zearalenon wirkt als Pilzgift östrogen.

Grundsätzlich werden Getreide auf natürliche Weise von Schimmelpilzen und deren Gifte befallen. Im Regelfall sind kleinere Mengen an Mykotoxinen für den Organismus unproblematisch. Doch bei falschem An – oder Abbau oder falscher Ernte bzw. Lagerung kann sich die Situation gravierend verschlechtern und somit ein potentielles Risiko für den Pferdestoffwechsel darstellen.

Mykotoxine im Pferdefutter – was tun?

Aufgrund der Stabilität von Schimmelpilzgiften ist es schwer möglich diese aus dem Futter industriell zu entfernen. In vielen Fällen bleibt dann nur die chemische Behandlung, die wiederum für die Gesundheit der Pferde nicht unumstritten ist. Aber auch die falsche Lagerung von Getreide- oder Mischfuttern in der Futterkammer reicht aus, um in kurzer Zeit erhebliche Anteile an Schimmelpilzgiften zu produzieren. Daher sollte der Lagerstätte des Pferdefutters besonderes Augenmerk zukommen und feuchte oder warme Plätze unbedingt vermieden werden.

Zur weitest gehenden Vermeidung von Endophyten im Weidegras sollten insbesondere die weit verbreiteten Grassorten wie der Rohrschwingel oder das Deutsche Weidelgras auf der Pferdeweide keinen Platz finden. Verstärkt wird die Problematik durch starke Überweidung oder Dürre, da viele nützliche Grassorten dann durch die resistenten energiereichen Industriegräser verdrängt werden.

Eine weitere Strategie ist der Einsatz von sogenannten Mykotoxinbindern, welche dem Futter der Pferde beigemischt werden um letztendlich die Pilzgifte im Verdauungstrakt des Pferdes zu binden. Durch diese einfache Methode wird vermieden, dass Mykotoxine über das Blut in die Leber gelangen. Durch das Füttern sogenannter Mykotoxinbinder können die Schimmelpilzgifte größtenteils isoliert und ausgeschieden werden, ohne den Organismus zu schädigen.

Gern eingesetzte Toxinbinder sind Tonminerale wie Kieselgur, Betonit, das Schichtsilikat Montmorillonit, Aktivkohle oder synthetische Polymere. Der Nachteil diverser Tonminerale ist aber, dass diese nie alle Arten der Gifte binden und oft nur eine reduzierte Haftkapazität aufweisen. Ein weiterer Nachteil ist, dass diätetisch sinnvolle Wirkstoffe wie etwa Vitamine, Mineralstoffe oder Medikamente ebenfalls gebunden werden können. Ebenso kann wegen der Akzeptanz nur eine begrenzte Menge eingesetzt werden.

Glucomananne aus der Hefezellwand als gute Alternative

Auf der Suche nach Alternativen zu den bisherigen Mykotoxinbindern stieß man in Kanada auf die gute Bindeeigenschaft von veresterten Glucomanannen, welche aus Zellwänden von selektierten Stämmen von Hefebakterien gewonnen wurden. Zahlreiche Laboruntersuchungen bestätigten das Anhaftvermögen der Glucomananne an die verschiedenen Schimmelpilzgifte. Eine im Jahr 2002 und 2005 in Kanada durchgeführte Studie bestätigte die hohe Wirksamkeit der Bindefähigkeit.

Sinnvoll erscheint daher, eine Kombination beider Zusatzstoffe an das Pferd zu verabreichen. Wobei im Vordergrund immer die grundsätzliche Vermeidung derart belastender Schimmelpilzgifte stehen sollte.

Zwar können durch den Vorgang des Pressens Schimmelpilze in den Mischfuttern weitestgehend zerstört werden, aber die giftigen Mykotoxine sind gegen das Pressen der Futtermittel weitestgehend resistent. Die meisten Mykotoxine sind sehr widerstandfähig gegenüber produktionsbedingter Wärme- oder Säurebehandlung. Je feuchter und kohlenhydratreicher eine Futtermischung ist, desto besser können sich giftige Schimmelpilze bilden.

Mit MykoTox Gifte und Schwermetalle binden - hier online bestellen!MykoTox von Natural Horse Care enthält daher beides. Einen mineralischen Mykotoxinbinder wie Kieselgur und die aus Hefezellwänden gewonnenen sogenannten Glucomananne. MykoTox wurde darüber hinaus mit wertvollen bioaktiven Vital-, Mikro- und Mineralstoffen angereichert und fördert so den Gesundheitsstatus des Pferdes. MykoTox verhindert den durch Mykotoxinbelastung möglichen Immun- und Leistungsabfall. MykoTox kann bei akuter Problematik oder auch prophylaktisch kurweise verfüttert werden. Bei dauerhafter Zufütterung kann die Tagesmenge auf die Hälfte reduziert werden. MykoTox eignet sich insbesondere zur Bindung von Schimmelpilzgiften aus belastetem Futter oder Weiden mit hohem Anteil an Endophyten enthaltenen Grassorten.

Anwendungsgebiete von Toxinbindern wie MykoTox bei Pferden

  • mit erhöhter Hufrehegefahr
  • mit Headshaking, Sommerekzem oder anderen Hautkrankheiten
  • mit erhöhten Leberwerten
  • mit Leistungsabfall und andauernder oder immer wiederkehrender Immunschwäche
  • mit kreuzverschlagsähnlichen Symptomen
  • mit akuten oder chronischen Magen- und Darmproblemen

und bei

  • Fütterung mit Heulage oder Heu minderer Qualität
  • hohen Mengen an Kraft- oder Mischfutter

oder

  • zum Unterstützen des Stoffwechsels beim Anweiden
  • bei Weidegang in den Herbstmonaten
  • auf stark überweideten Weideflächen
  • bei Pferden mit Vergiftungserscheinungen (selbstverständlich in Absprache mit dem behandelnden Tierarzt!)
 
 
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