Möchnchspfeffer für Pferd - bei Cushing oder hormonellen Störungen einsetzbarDer Mönchspfeffer (auch Keuschlamm genannt) ist ein 3 bis 5 Meter hoher Strauch, der zur Gattung der Lippenblütler gehört. Er ist im Mittelmeerraum und in Westasien Zuhause. Anzutreffen ist er meist in Gebieten in denen es viel Wasser gibt, wie z.B. an Küsten, Flussläufen und in Auenweiden. Schon im Altertum war der Mönchspfeffer eine viel genutzte Pflanze. Die Zweige des Strauches sind hart und zäh und wurden dank dieser Eigenschaften gerne zur Herstellung von Flechtzäunen genutzt. Die Blüten, Samen, Blätter und vorrangig die rot/schwarz gefärbten Früchte fanden bei Verletzungen, Blähungen und Frauenleiden Verwendung.

Der Mönchspfeffer wurde sehr vielseitig eingesetzt. Im Mittelalter wurde er gerne als Pfefferersatz genutzt, da er einen würzigen Geschmack hat. Schon damals war der Mönchspfeffer als Mittel zur Dämpfung der Libido bekannt. Gerade Mönche und Nonnen nutzen daher die Mönchspfefferfrucht (Agnus casti fructus) um ihre Liebeslust zu unterdrücken. Auch den Namen bekam der Mönchspfeffer wohl deshalb zu dieser Zeit. Er war damals auch bekannt als Keuschlamm oder Keuschbaum.

Heute sind es im Normalfall die Früchte, die in der Heilkunde eingesetzt werden. Hauptsächlich werden diese aus Albanien oder Marokko importiert. Die Früchte des Mönchspfefferstrauches besitzen zwischen 0,15 bis 1,8 % ätherisches Öl. Das enthaltene Cineol hat eine bakterizide und schleimlösende Wirkung auf die Lungen und Nebenhöhlen. Für den pfeffrigen Geschmack sind Sabinen verantwortlich, die vor allem bei der Bekämpfung von Entzündungen, Pilzen und Mikroben helfen. Weiter enthalten sind Alpha-Pinen, welche antientzündlich und antimikrobiell wirken.

Weitere sekundäre Pflanzenstoffe sind:

  • antioxidativ wirkende Flavonoide (z. B. Casticin)
  • adstringierende (zusammenziehende) Gerbstoffe
  • Diterpene
  • Irdoide bzw. Iridoidglykoside wie Aucubin und Agnusid

Das Aucubin ist bekannt für seine entzündungshemmende, reizlindernde und antibiotische Wirkung. Agnusid wirkt ebenfalls gegen Entzündungen.

Bei Pferden wird der Mönchspfeffer vorrangig bei hormonellen Störungen und bei einem Equiden Cushing Syndrom eingesetzt. Da der Mönchspfeffer den Hormonhaushalt reguliert und positiv beeinflusst, kann er gut bei Stuten genutzt werden, die dauerrossig sind oder bei Hengsten und hengstigen Wallachen, um den Geschlechtstrieb zu reduzieren. Die positive und ausgleichende Wirkung kommt auch den ECS-Pferden (darum auch im N-Sulin enthalten) zugute, da gerade bei diesen Pferde der Hormonhaushalt verrücktspielt. Wissenschaftliche Studien haben zunächst einen prolaktinhemmenden Effekt nachweisen können. Später wurde dieser Effekt auf die dopaminerge Wirkung des Samens zurückgeführt.


Quellen: Lehrbuch Phytotherapie; Volker Fitzmann, Rudolf Fritz Weiss, Kenny Kuchta; 13., überarbeitete Auflage; Karl F. Haug Verlag 2017; Stuttgart; Mönchspfeffer (Agnus Castus) und seine Wirkung, http://www.borbas.ch/frameless/PDF/Kostenlose%20PDF/Moenchspfeffer.pdf; Mönchspfeffer Wichtige Heilpflanze für Frauen, http://www.lendenmann.org/arbeitsproben/sana/vista/14_03/v1403_moenchspfeffer_wichtige-heilpflanze-fuer-frauen.pdf; Mönchspfeffer für Pferde, https://www.moenchspfeffer.de/moenchspfeffer-fuer-pferde/; Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus), https://www.meine-gesundheit.de/medizin/heilpflanzen/moenchspfeffer; Gesundheitsfördernde Kräuter für Pferde: Mönchspfeffer, https://pferdetrends.com/index.php/magazin/1161-pferdetrendsmagazinblog/1760-gesundheitsfoerdernde-kraeuter-fuer-pferde-moenchspfeffer; Mönchspfeffer – Die Heilpflanze bei Frauenbeschwerden, https://www.zentrum-der-gesundheit.de/moenchspfeffer.html