Der Wetterbericht sagt für die nächste Woche wieder frostigere Temperaturen voraus. Für viele Pferdebesitzer ein Grund mehr eine warme Mahlzeit für das Pferd zuzubereiten. Nur hier stellt sich die Frage, wie viel Wärme kommt davon letztendlich im Pferd an und wie sinnvoll ist es ein Mash gegen die eisige Kälte zu füttern?

Wie warm macht Mash für Pferde und warum Heu besser ist!Mash regt die Verdauung beim Pferd an

Wir dürften uns einig darin sein, dass es in der freien Natur für Pferde keine warmen Nahrungsquellen gibt, wenn die Weiden unter einer kalten Schneedecke liegen oder frostiger Wind über die Fressplätze der Pferde fegt. Wir kennen selbst das Gefühl, wie angenehm hier ein heißer Glühwein, ein warme Suppe oder Mahlzeit sein kann. Dieses Gefühl wollen wir verständlicher Weise auf unsere Pferde übertragen. Die Futtermittelindustrie hat hierauf reagiert und Futtermittel auf den Markt gebracht, die mit heißem Wasser aufgegossen, regelmäßig an die Pferde verfüttert werden sollen. Wie gesund ist also ein Mash für die Pferde und wärmt es denn wirklich? Früher hatte man Mash an Pferde gefüttert, wenn diese Probleme mit der Verdauung hatten oder nach einer Kolik das Pferd wieder langsam an strukturreiches Futter gewöhnt werden sollte. Nachdem hier insbesondere Kleien und Ölsaaten mit einem hohen Anteil an Schleimstoffe verfüttert werden, mussten diese sinnvoller Weise mit heißem Wasser übergossen werden. Dadurch werden die Schleimstoffe frühzeitig aktiviert, die angegriffenen Magen- und Darmwand geschützt und mit entzündungshemmenden Wirkstoffen versorgt.  Die quellende Eigenschaft stimuliert die Verdauung bzw. Peristaltik und kann daher für solche Pferde sehr sinnvoll sein. Stand früher insbesondere die Weizenkleie für solche Mash im Vordergrund, sind es heute eher getreidefreie Mischungen mit Leinsamenschrot, Floh- oder Bockshornkleesamen, Eibisch, Süßholz, Johannisbrot und anderen natürlichen Komponenten.

Mash für stoffwechselbelastete Pferde?

Dennoch sind all diese Mischungen bei entsprechender Menge nicht weniger problematisch für den Stoffwechsel – insbesondere bei vorbelasteten Pferden. Durch den heißen Aufguss werden auch die Verdaulichkeit der Stärke und andere Kohlenhydratverbindungen (Zucker) erhöht. Somit hat ein Mash auch Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel und bei zu großen Mengen kommt es darüber hinaus ggf. zu einer Verschiebung der empfindlichen Darmflora im Dickdarm. Warm macht das Futter im Regelfall nur in der Speisröhre und dem Magen – danach dürfte die Wärme verflogen sein.

Wer seinem Pferd mehr Wärme gönnen möchte, stellt bestenfalls warmes Trinkwasser zur Verfügung. Immerhin um die 50 bis 60 Liter täglich trinkt ein Pferd täglich davon. Testen Sie das Gefühl selbst einmal: Trinken Sie eiskaltes Wasser, nachdem Sie ausgekühlt eine warme Suppe zu sich nahmen. Schnell werden Sie feststellen, dass Ihnen diese Kombination nicht bekommt. Zusammenfassend muss daher festgestellt werden, dass zwar die quellende und schleimbildende Eigenschaft eines Mash für Pferde ernährungsphysiologisch von Bedeutung ist – nicht aber der Ansatz: Mash wärmt das Pferd von innen.

Heu für Pferde hält wärmer als Mash

Heu ist die beste Grundlage um Pferden von innen Wärme zu spenden. Im Dickdarm (Blind- und Mastdarm) der Pferde befinden sich insgesamt bis zu 50 kg Futterbrei (500 kg LM). Hier sind es fast ausschließlich Bakterien, die die Gerüstsubstanzen des Heus zersetzen und die Kohlenhydrate in Energie umwandeln. Gut die Hälfte (30 bis 80 %) der dabei freigesetzten Energie ist aber thermische Energie, die u.a. durch die Fermentation (mikrobielle Verdauungsaktivität) im Verdauungstrakt entsteht.  Somit wird deutlich, welchen immensen Anteil strukturreiches Futter, wie z.B. Heu, am Wärmehaushalt der Pferde hat.  Wer also dem Pferd eine wärmende Mahlzeit gönnen möchte, greift daher bestenfalls auf faser- und nährstoffreiches Heu zurück und achtet darauf, dass Pferde insbesondere an kalten Tagen kein eiskaltes Wasser saufen müssen.

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