Magnesium beim Pferd. Ein Mangel macht Pferde schreckhaftMagnesium unterstützt im Körper des Pferdes die Muskelkontraktionen und die Nervenweiterleitung. Es unterstützt als Cofaktor viele enzymatische Vorgänge, in denen Proteine vorhanden sind. Hilfreich ist das Magnesium auch beim Knochenaufbau. Im Knochen sind etwa 8g Mg/kg enthalten und somit ist der Knochen ein großer Magnesiumspeicher im Körper. Zudem ist es ein wichtiges Mineral in der Bluthomöostase.

Organisch oder anorganisch gebundenes Magnesium

Magnesium kommt in der Natur überwiegend in anorganisch gebundener Form vor. Magnesium ist eines der wenigen Minerale, bei dem in der Fütterung eine Kombination aus organisch sowie anorganisch gebundenem Magnesium sinnvoll erscheint. Normalerweise bevorzugt man einerseits organische Verbindungen, obwohl Pferde natürlicherweise nur anorganische Magnesiumvorkommen über das Futter aufnehmen. Die Besonderheit des Magnesiums ist die fein eingestellte Bioverfügbarkeit, die von vielen Faktoren abhängig ist und daher stark schwanken kann. (Menge bzw. Dosis; Art der Löslichkeit bzw. Verbindung, Zusammensetzung der Nahrung, Darmbeschaffenheit, Passagezeit, Versorgungstatus uva.). Darüber hinaus ist die Halbwertszeit des Magnesiums im Körper sehr kurz. Besonders organisch gebundenes Magnesium verlässt den Organismus bereits binnen weniger Stunden über die Nieren (Urin). Normalerweise werden über 90 % des über die Nieren auszuscheidenden Magnesiums wieder rückresorbiert. Das gelingt mit Magnesiumoxid recht gut. Organische Verbindungen z.B. Magnesiumcitrat sprechen auf diesen hormonell aktivierten Effekt nicht so gut an und verlassen daher sehr früh den Kreislauf.

Aufgenommen wird das Magnesium größtenteils im Dünndarm und ausgeschieden wird es hauptsächlich über den Urin (4,6mg Mg/kg Körpergewicht täglich) und ein geringer Teil auch über den Kot und Schweiß. Zum Ausgleich braucht ein Pferd zusätzlich 13-18mg Mg/kg Körpergewicht, das sind ca. 2 g/kg Futter TS. Das überschüssige Magnesium wird über die Nieren abgebaut.

Achtung:

Bei einer normalen Fütterung wird das Pferd mit ausreichend Magnesium versorgt. Vorausgesetzt der zur Verfügung gestellte artenreicher Grünschnitt und das Heu sind von guter Qualität. Im Getreide ist zudem Magnesium enthalten.

Magnesiummangel beim Pferd

Einen Magnesiummangel erkennt man an einer erhöhten Erregbar- und Schreckhaftigkeit, Muskelkrämpfen, Muskelzittern und einer gesteigerten Stressanfälligkeit. Langfristig bauen Herz- und Skelettmuskeln ab und die Arterien verkalken, da bei einem Magnesiummangel Calcium und Phosphor abgelagert werden. Weitere langfristige Folgen sind Verdauungsprobleme (Koliken), angelaufene Beine nach starker Belastung und Störungen im Fellwechsel. Selten kann es auch zu einer erschwerten Atmung mit Dämpfigkeitssymptomen kommen. Das Headshaken wird in neuesten Studien zudem mit einem möglichen Mangel an Magnesium diskutiert. Hier ist es aber zunächst eine kleinere Studie gewesen, bei das Symptom des Headshakens durch Infusionen von Magnesiumsulfat gedämpft werden konnte. Den genauen Mechanismus der hemmenden Wirkung konnte man noch nicht klären.

Magnesiumüberschuss beim Pferd

Eine drei- bis vierfache Überversorgung des täglichen Mg-Bedarfs ist als unproblematisch anzusehen, belastet aber die renale Entgiftungsaktivität zusätzlich. In Verbindung mit einer zu hohen Phosphorgabe (z.B. durch hohe Anteile von Weizenkleie, wie im Mash) steigt das Risiko von Darm- und Harnsteinen.
Bei Trächtigkeit steigt der Bedarf nur gering. Erst während der Laktation und im Wachstum des Fohlens steigt der Bedarf deutlich an.

Ein zu viel an Eisen, Calcium, Zink, Vitamin D, Fette und Proteine (Eiweiß) kann die Aufnahme von Magnesium beeinträchtigen.

Billy´s Magnesium bei Schreckhaftigkeit des Pferdes