Fütterung der Pferde im Winter

Fütterung Pferd WinterFast täglich erreichen uns Anfragen verunsicherter Pferdebesitzer, die wissen wollen, wie viel Heu, Kraftfutter und Mineralfutter ein Pferd so braucht. Manche wollen wissen, wo denn der Unterschied zwischen Mineralfutter A und Mineralfutter B liegt und warum überhaupt noch etwas zugefüttert werden sollte, wenn bereits im Mischfutter alles enthalten ist.

Die Antworten dazu werden wahrscheinlich ganz unterschiedlich ausfallen und nicht immer grundsätzlich dem Anspruch einer möglichst artgerechten auf die Physiologie des Pferdes abgestimmten Fütterung entsprechen. Theorie und Praxis lassen sich nicht immer harmonisch zusammenführen – zu unterschiedlich sind die einzelnen Abläufe im Futter- und Haltungsmanagement. Oft ist es auch in den Ställen nicht möglich so flexibel auf die Bedürfnisse der Pferde einzeln einzugehen, da der Personal- und somit der Kostenaufwand einfach zu hoch wäre. Daher wird es am Ende meist bei einem Kompromiss bleiben. Dieser sollte aber in seiner Ausgestaltung die Gesund- und Leistungserhaltung des Pferdes im Vordergrund stehen haben.

Die Deckung des Energiebedarfes eines Pferdes lässt sich mittlerweile sehr einfach ermitteln. Rein theoretisch könnte man den Energiebedarf eines 500 kg schweren Pferdes bei leichter Arbeit mittels 2 Liter altem Frittieröl decken. Nur jedem leuchtet ein, dass die Praxis - Gott sei Dank - so einfach nicht funktioniert. Öle enthalten kein verdauliches Protein (Futtereiweiße), die jedoch für alle lebensnotwendigen Stoffwechselvorgänge unverzichtbar sind. Aber auch der gesamte Verdauungsapparat des Pferdes basiert darauf, dass ausreichende Mengen an strukturreichem Futter (Rohfaser) zugeführt werden, damit der gesamte Verdauungsapparat überhaupt funktioniert. Die Basis einer ausgewogenen Fütterung sieht daher vor, den Grundbedarf mit qualitativ einwandfreier, energiereicher und eher proteinarmer (Verhältnis verd. Energie zu verd. Rohprotein (=PEQ) 1:5) rohfaserreichen Heufütterung sicherzustellen. Weideflächen gerade im Sommer bilden in den Sommermonaten ebenfalls eine sehr strukturreiche Ernährung. Viele Weideflächen aber sind eher bereits im Frühjahr stark abgefressen und das nachwachsende Gras oft strukturarm und in seinem Gehalten unerwünscht zu proteinreich.

Einige Grundsätze haben wir nun nachfolgend aufgeführt (ausgehend von einem 500 kg schweren Robustpferd oder Freizeitpferd bei leichter Arbeit, d.h. sie reiten täglich ca. eine Stunde überwiegend Schritt, 10 Minuten Trab und 5 Minuten Galopp):

Grundversorgung Heu (1. Schnitt) und Stroh:

1,5 kg / 100 kg LM Pferd / Tag = 7,5 kg Heu (optimaler Weise auf 3 bis 5 Portionen verteilt)

0,25 – 0,5 kg / 100 kg LM Pferd / Tag = 1,5 kg Stroh (sofern Boxeneinstreu Stroh wird diese Menge in der Regel über die Box aufgenommen)

0 – 300 Gramm Kraftfutter / Tag (leichtes Freizeitmix oder (am besten!) Hafer (ganz oder frisch gequetscht)

30 – 50 ml hochwertiges Omega 3/6 Öl / Tag (z.B. Omega Balance Öl von Natural Horse Care)

30 bis 50 Gramm / Tag hochwertiges Mineralfutter (z.B. Mineral Plus von Natural Horse Care)

 

Mindestens 4 x Entwurmen / Jahr insbesondere, wenn Weiden und Paddocks nicht mind. 1 mal / Tag abgesammelt werden und die Koppeln in den Weidemonaten nicht wechselweise genutzt werden.

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