Mineralfutter wird sehr wohl benötigt. Die Behauptung ein Freizeitpferd oder Pony bräuchte keines ist relativ unqualifiziert. Darüber hinaus werden Pferde nicht nur mit Mineralien versorgt sondern gute Mineralfutter enthalten darüber hinaus eine Vielzahl von Vitalstoffen, die wichtige und verbessernde Funktionen im Stoffwechsel ausüben. Somit wird mit einem Mineralfutter nicht nur Mangelerscheinungen vorgebeugt, sondern auch die Lebenskraft, Belastbarkeit und Leisungsfähigkeit des Pferdes nachhaltig gefördert und erhalten.

Man sollte darauf achten, dass die Inhaltsstoffe organisch gebunden zur Verfügung gestellt werden.

Hier der Ergebnisbericht einer Studie:

Die reine Weidehaltung erfreut sich vor allem bei den sogenannten Robustrassen steigender Beliebtheit. Bei dieser Haltungsform müssen jedoch nach neuesten Erkenntnissen einer wissenschaftlichen Studie zusätzlich Mineralstoffe und Vitamine zugefüttert werden.

Allein die Anzahl der Robustpferderassen hat sich in den letzten Jahren verdoppelt. Viele dieser Tiere werden oftmals ohne bzw. überhaupt nicht mit  ausreichenden Mineralzusätzen zugefüttert und stehen ganzjährig (Frühjahr bis Herbst) auf der Weide. Wenn dabei die Versorgung mit Mineralstoffen und Vitaminen mangelhaft ist, kann es zu gesundheitlichen Problemen kommen. So kann eine unzureichende Kalziumaufnahme gravierende Folgen auf die mechanische Belastbarkeit des Skelettsystems und eine nicht adäquate Versorgung mit den Antioxidantien Selen und alpha-Tocopherol auf die Funktionsfähigkeit der Muskulatur haben.

Ziel der vorliegenden Felduntersuchung war die Kontrolle der aktuellen Mineralstoff- und Vitaminversorgung von extensiv gehaltenen Pferden. Zu diesem Zweck wurde die Nährstoffaufnahme von zwanzig Ponys, die extensiv auf brandenburgischen Weiden mit Sandböden gehalten wurden, über ein Jahr kontrolliert. In der ersten Phase der Untersuchung, in der die Tiere beobachtet, aber nicht zugefüttert wurden, stellten sich deutliche Mängel in der Versorgungslage der Tiere heraus. Im weiteren Verlauf wurden Imbalanzen der Mineralstoffaufnahme mit Hilfe einer betriebsspezifischen Substituierung ausgeglichen und der Erfolg dieser eingeleiteten Korrekturmaßnahme überprüft.
 
Die Erfassung der Versorgungslage der Gruppe beruhte auf der ermittelten Trockenmasseaufnahme von 2,6 % der Lebendmasse. Unter diesen Bedingungen lag die mittlere Aufnahme der Tiere bei +222 % Kalzium, +111 % Phosphor, +666% Kalium, +86 % Magnesium, +24 % Natrium, +503 % Eisen, +/- 0 Kupfer, +90 % Mangan, -13 % Zink und -58 % SeIen des Bedarfes. Die Vitamin E Aufnahme lag im Mittel 11 % oberhalb des Bedarfes.

Die Substituierung wurde auf Grundlage der „Empfehlungen zur Energie- und Nährstoffversorgung der Pferde“ (GfE 1994) zusammengestellt.

Mineralfutter-Pferd


Eine Ergänzung für extensiv gehaltene Zuchtstuten sollte Natrium, Kupfer, Zink, Mangan und Selen enthalten um Versorgungsschwankungen auszugleichen. Aus dieser Untersuchung wird jedoch auch mehr als deutlich, dass es insbesondere In den Wintermonaten zu gravierenden Mangelerscheinungen kommt. Daher sollte den Tieren eine ausgewogene und hochwertige Vitaminergänzung regelmäßig zur Verfügung gestellt werden. Die Substitution von Kalzium und Phosphor ist im Prinzip nicht erforderlich, könnte aber in Hinblick auf ein ausgeglichenes Ca/P-Verhältnis dennoch sinnvoll sein. Die Versorgungslage unterlag deutlichen monatlichen Veränderungen. Daher birgt die Statuserhebung über eine einmalige Kontrolle der Aufnahme erhebliche Unsicherheiten.

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