Mit dem Jahreswechsel gibt es bei den Anti-Doping-Vorschriften der FN einige interessante Änderungen:

Ab 2019 – nicht mehr dopingrelevant:

ADMR - Die Änderungen des Dopings beim Pferd ab 2019

✔️ Reiskeimöl oder Reisschälkleie standen immer noch auf der Dopingliste, da der darin enthaltene Wirkstoff Gamma-Oryzanol mit anabolen (muskelfördernden) Eigenschaften als verbotene Substanz eingestuft wurde. Nachdem jedoch alle wissenschaftlich geführten Studien beim Pferd keinen feststellbaren Muskelaufbau oder eine anabole Wirkung feststellen konnten, werden daher die Reisprodukte – insbesondere Reiskeimöl – von der Liste genommen, die einer Karenzzeit von 48 Stunden unterlagen. Die Anti-Doping-Kommission kommt zu dem Schluss, dass Reiskeimöl lediglich eine Nährstoffkombination aus Fettsäuren und Vitaminen darstellt.

✔️ Auch für MSM (Methylsulfonylmethan) galt bisher eine Karenzzeit von 48 Stunden. Da es sich bei MSM aber lediglich um eine organische Schwefelverbindung handelt, wird es ab 01.01.2019 aus den Verbotslisten entfernt und somit ADMR-konform.

✔️ Ebenso auf der Verbotsliste stand das Kontakt-, Fraß- und Atemgift (Insektizid) Phoxim. Dieser organische Thiophosphorsäureester ist z.B. im Sebacil als Akarizid (gegen Milben, Zecken usw.) enthalten. Ab 2019 sind also derartige vom Tierarzt verordnete Repellents ADMR-konform.

Ab 2019 – dopingrelevant:

❌ Eine besondere Aufmerksamkeit muss man in Zukunft dem Spurenelement Kobalt widmen. Kobalt ist ein Bestandteil des Vitamin B12 und somit essenziell. Fehlt Kobolt, ist auch die Vitamin B 12 Synthese gestört. Daher ist das Spurenelement für Pferde – wie für Menschen – überlebensnotwendig. Kobalt fördert die Sauerstoffaufnahme im Blut, daher wird es zukünftig als dopingrelevante Substanz eingestuft. Ein Problem, da in den meisten Mineralfuttern – zu Recht – bisher Kobalt vorhanden war. Erfahrungen, ab welcher Menge letztendlich Kobaltsalze auch im Urin bedenkliche Werte erreichen, sind faktisch nicht vorhanden. Ich kann mir vorstellen, dass viele daher zukünftig gänzlich auf Kobalt verzichten werden.

❌ Der Wirkstoff Pergolid wird zudem auf die Verbotsliste gesetzt. Werden an Equinem Cushing Syndrom erkrankte Pferde mit Pergolid behandelt, ist zukünftig ein Start mit diesen Pferden auf allen Turnieren nicht mehr erlaubt.

Infos:

Die FN rät dazu, die eigentlich vorgeschriebenen Behandlungsbücher gewissenhaft zu führen. Darin werden nicht nur Medikamente und Wurmkuren vermerkt, sondern zudem alle verabreichten Ergänzungsfuttermittel, Homöopathika, Phytotherapeutika (grundsätzlich mit Karenzzeiten bis 96 h).

Schon gewusst? Alle Phytotherapeutika (z.B. Arnika, Ingwer) sowie Homöopathika in einer Verschüttelung kleiner bzw. gleich D6 zählen zu den verbotenen Substanzen. Gerne informieren wir Sie über die jeweiligen Karenzzeiten.


Quelle: FN – Deutsche Reiterliche Vereinigung 2018 / Fairer Sport