Erhöhte Monzyten im Blutbild der Pferde sind ein Hinweis auf eine Erkrankung.Monzyten sind eine Unterform der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) beim Pferd und werden im Knochenmark gebildet, ins Blut ausgeschwemmt und wandern von dort nach ca. 8 bis 18 Stunden in die Lymphgefäße und das Bindegewebe. Monozyten gehören wie die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) zum zellulären Bestandteil des Blutes. Wandern diese dann in das Gewebe ein, werden sie Makrophagen genannt.  Beide sind sogenannte „Fresszellen“ und beseitigen Feinde, Zelltrümmer und körperfremde Substanzen. Monozyten nehmen Bakterien, Viren. Pilze und den allgemeinen Stoffwechselmüll auf und zersetzen dies unter Zuhilfenahme spezieller Enzyme (unspezifische Abwehr). Monozyten können aber auch andere Abwehrzellen trainieren, indem sie diesen die Erreger auf ihrer Zelloberfläche präsentieren und zur Bildung gezielter Antikörper anregen (spezifische Abwehr).

Damit sind Monozyten beim Pferd ein wesentlicher Bestandteil der körpereigenen Abwehr.

Monozyten beim Pferd erhöht

Erhöhte Monozyten beim Pferd sind in der Regel ein sicherer Hinweis auf eine Erkrankung. Eine Erhöhung nach einem bakteriellen Infekt ist ebenfalls möglich und lediglich ein Hinweis darauf, dass vermehrt „Fresszellen“ benötigt werden um „Aufzuräumen“.  Erhöhte Monozytenwerte im Blutbild bei Pferden werden nicht nur bei Virusinfektionen und bakteriellen Belastungen beobachtet. Auch Pilzinfektionen, Arthritis und Darm- bzw. Darmschleimhautenzündungen lassen die Fresszellen in die Höhe schnellen. Wie so häufig kann auch hier eine Eigenbluttherapie, Antibiotika- oder Cortisontherapie einen hohen Wert herbeiführen. In Kombination mit hohen Leberwerten, weisen erhöhte Monozyten auch auf eine mögliche Vergiftung hin.

Monozyten beim Pferd erniedrigt

Eine Reduzierung der Monozyten bei Pferden ist eher unüblich und deutet auf ein gesamtes Versagen der Blutbildung hin z.B. auf eine krankhafte Störung des Knochenmarkstoffwechsels. Sofern die anderen weißen Blutkörperchen krankheitsbedingt stark erhöht sind kommt es häufig zu einer Verminderung der Monozyten (relative Verminderung).

Abwehrkräfte beim Pferd stärken

Lesen Sie mehr über die Werte im Blutbild des Pferdes: Spurensuche im Blutbild des Pferdes (Teil 2)

 


Einzelne Laborwerte bedürfen der genauen Analyse eines Fachmanns (Tierarzt oder erfahrener Tierheilpraktiker). Ein Laborwert oder mehrere Laborwerte ohne die zusätzliche Diagnose des Patienten Pferd (Symptomatik, Vorerkrankungen usw.) sind nicht aussagekräftig genug und lassen keine sicheren Rückschlüsse zu. Im Zweifelsfall bzw. zur Untermauerung einer hauptsächlich auf das Blutbild gestützten Diagnose sollte das Blutbild mindestens einmal im Abstand von 1 bis 4 Wochen wiederholt werden.